Durch Rotary erweitert eine Polizistin ihren Horizont
In ihren ersten Tagen als Polizistin sah sich Joanne Serkeyn mit einer Flut erschütternder Ereignisse konfrontiert. Die Anschläge vom 11. September lagen gerade erst zurück. Und nachdem sie aus dem Mutterschaftsurlaub an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt war, musste sie monatelang zahlreiche Einsätze wegen Mordfällen und anderer Tragödien bewältigen. „Ich kam mir vor wie der Sensenmann.“
Foto: Monika Lozinska
Sie fing bereits an, einen gewissen Zynismus zu entwickeln, als ihr Polizeichef ihr vorschlug, dem Rotary Club beizutreten. Schließlich wurde sie als Präsidentin des Rotary Clubs Ancaster A.M. in Ontario zur Rotary International Convention in England geschickt. „Als ich das ‚House of Friendship‘ betrat, war ich völlig sprachlos“, sagt sie. „Ich konnte kaum glauben, wie viel Gutes in der Welt geschieht.“
Serkeyn, heute Mitglied des Rotary Clubs Lincoln, Ontario, ist seit 28 Jahren bei der Polizei von Hamilton tätig. Sie arbeitet als DNA-Koordinatorin in der Kriminaltechnik. Im Laufe der Jahre hat sie einen Zusammenhang zwischen Vermisstenfällen und Menschenhandel festgestellt. Bei einer Veranstaltung des Rotary-Instituts erfuhr sie von den Rotary-Aktionsgruppen und schloss sich einer an, die sich für ein Anliegen einsetzt, das ihr sehr am Herzen liegt: die Beendigung von Sklaverei und Menschenhandel. „Rotary Action Groups erneuern,” sagts sie. „Sie wecken bei den Menschen erneut die Begeisterung für Rotary.“
Im Juli wird Serkeyn Governorin des Distrikts 7090, der 75 Rotary und Rotaract Clubs im gesamten Süden Ontarios und im Westen des Bundesstaates New York umfasst. Ihr Schwerpunkt liegt auf einer distriktweiten Initiative gegen Menschenhandel. „Die Menschen glauben, sie könnten im Kampf gegen den Menschenhandel nichts bewirken“, sagt sie. „Aber gemeinsam können wir etwas bewegen. Wir tragen eine gesellschaftliche Verantwortung dafür, unsere Jugend zu schützen. Wir haben die Möglichkeit, zu handeln.“
Aus: Rotary Mai 2026