Rotary und seine Partner weiten ihre Aktivitäten aus, indem sie Gesundheitspersonal vor Ort einsetzen, um Malaria und andere Krankheiten zu bekämpfen
Als das Programm „Partners for a Malaria-Free Zambia“ vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde, gab Rotarier Bill Feldt eine Prognose darüber ab, wie der Erfolg im Jahr 2026 aussehen würde: „Ich würde mir wünschen, dass wir einen drastischen Rückgang der Malariafälle sehen“, sagte er 2021 gegenüber dem Rotary-Magazin. „Wir möchten ein sich selbst tragendes Gesundheitssystem sehen, das die Gesundheitshelfer in den Gemeinwesen voll einsetzt, sodass diese 60 bis 70 Prozent der ohnehin wenigen Malariafälle diagnostizieren. ... Wir werden sehen, dass die Fluktuation bei den Gesundheitshelfern gering ist ... Sie werden die letzten Kilometer zu einem sehr erfolgreichen Gesundheitssystem darstellen.“
Rotary-Mitglieder starteten die Initiative im Jahr 2021, um mehr als 1,2 Millionen Menschen mit Informationen zur Malariaprävention, Tests und Behandlungen zu versorgen. Die Bemühungen wurden unterstützt von der Rotary Foundation im Rahmen ihres ersten mit 2 Mio. USD dotierten Programs of Scale Grants, welches von der Gates Foundation und World Vision zu gleichen Teilen bezuschusst wurde, um so einen Projektfinanzierungsrahmen von 6 Mio. USD zu schaffen.
Im Rahmen des von 2021 bis 2024 durchgeführten Programms wurden Gesundheitshelfer/innen geschult, um Malaria näher am Wohnort der Betroffenen zu testen und zu behandeln, sodass diese nicht extra in Kliniken reisen mussten. Ein leichterer Zugang bedeutet eine häufigere Erkennung und frühzeitige Behandlung und damit weniger schwere Fälle und Todesfälle.
Die Initiative entstand aus einer kleineren Partnerschaft zwischen Rotary-Mitgliedern in Sambia und Feldts Heimatstaat Washington zur Verteilung von Moskitonetzen und wird durch eine erweiterte Initiative, die „Rotary Healthy Communities Challenge“, weiterhin in ganz Afrika ausgebaut.
Ein Jahresbericht aus dem Jahr 2025 beschreibt die Erfolge, die gewonnenen Erkenntnisse und die nächsten Schritte – und kommt zu dem Schluss, dass Feldts Prognose nicht daneben lag.
Gesundheiltshelfer in den Gemeinwesen
Die meisten Gesundheitshelfer lernten, auch andere Leistungen als die Malariabehandlung zu erbringen, darunter die Versorgung von Patienten mit Lungenentzündung und Durchfall. Dadurch konnten sich die Gesundheitseinrichtungen auf dringlichere Fälle konzentrieren.
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2.500
geschulte Gesundheitshelfer (Community Health Workers)
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1,25 Mio.
Menschen mit besserem Zugang zu Malariatests und -behandlungen
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94%
Verbleibquote bei Gesundheitshelfern in den Gemeinwesen
Malaria-Tests
Eine Erkenntnis ist, dass der Kampf gegen Malaria kein geradliniger Prozess ist; dank besserer Testverfahren und zuverlässigerer Daten konnten mehr Fälle aufgedeckt werden.
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747.000
im Rahmen des Programms 2024 durchgeführte Malariatests
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60%
von Gesundheitshelfern in den 10 Zielbezirken festgestellte Malariafälle – Fälle, die andernfalls übersehen worden wären oder erst in einem fortgeschritteneren Stadium entdeckt worden wären
Schwere Fälle
Zwar können Gesundheitshelfer die meisten Malariafälle vor Ort behandeln, doch müssen sie gemäß den nationalen Richtlinien Kinder unter zwei Monaten, Schwangere und Menschen mit schweren Symptomen an Gesundheitseinrichtungen überweisen.
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1%
von Gesundheitshelfern lokal festgestellte Malariafälle, die sie an Gesundheitseinrichtungen überwiesen
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6.498
Personen, die in den Zielbezirken wegen schwerer Malaria in Gesundheitseinrichtungen aufgenommen wurden
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75
Malaria-Todesfälle in diesen Bezirken 2024, wobei in den meisten Bezirken ein Rückgang zu verzeichnen war
Als nächstes: Rotary Healthy Communities Challenge
Der Erfolg von „Partners for a Malaria-Free Zambia“ veranlasste Rotary, die Gates-Stiftung und World Vision, das Projekt noch weiter auszuweiten. Das Ergebnis war die Rotary Healthy Communities Challenge. Das Programm baut auf dem bewährten Modell der Gesundheitshelfer auf, um schwere Erkrankungen und Todesfälle nicht nur durch Malaria, sondern auch durch Lungenentzündung und Durchfall zu reduzieren – allesamt weltweit führende Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren.
Unter der Leitung von Rotary-Mitgliedern wird das Programm im Zeitraum 2024–27 in der Demokratischen Republik Kongo, in Mosambik, Nigeria und Sambia umgesetzt. Hier ein Überblick über die bisherigen Erfolge.
Demokratische Republik Kongo
Trotz eines Ebola-Ausbruchs, Lieferverzögerungen und einer allgmein unsicheren Lage, die dazu führten, dass die Zielgebiete des Programms von drei Provinzen auf eine reduziert werden mussten, gelang es dem Programm, medizinisches Personal in Gebiete zu entsenden, in denen es zuvor noch nie eine medizinische Versorgung gegeben hatte.
1.097 ausgebildete Gesundheitshelfer
Mosambik
Im ersten Jahr des Programms war Mosambik mit Unruhen nach den Wahlen und starken Regenfällen konfrontiert, wodurch einige Gemeinwesen nur schwer erreichbar waren. Dennoch begannen die Programmverantwortlichen, bestehende Ausbildungsstrukturen zu nutzen und mit den Gemeinwesen zusammenzuarbeiten, um Nachfrage zu schaffen.
122 ausgebildete Gesundheitshelfer und 2.852 örtliche freiwillige Helfer geschult
Nigeria
Die Programmleiter unterstützten die neue Strategie der Regierung für Gesundheitshelfer in den Gemeinwesen und setzten sich für eine Stärkung der Partnerschaft mit der Regierung ein.
706 ausgebildete Gesundheitshelfer
Sambia
Die Arbeit des Programms in Sambia wird sich auf einige der letzten Gebiete konzentrieren, in denen noch Gesundheitshelfer benötigt werden. Im ersten Jahr arbeiteten die Programmverantwortlichen daran, die Datenerfassungssysteme zu optimieren, um neben Malaria auch Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen zu erfassen.
1,462 ausgebildete Gesundheitshelfer