
Rotarys Präsentation der Charta der Vereinten Nationen: „Von nun an!“
Rotary und die Vereinten Nationen setzen sich seit langem für den Frieden und die Lösung humanitärer Fragen ein.
Im Zweiten Weltkrieg informierte und klärte Rotary seine Mitglieder über die Gründung der Vereinten Nationen und die Bedeutung der Friedensplanung auf. Materialien wie die Broschüre „From Here On!“ und Artikel in der Zeitschrift „The Rotarian“ machten den Mitgliedern die Vereinten Nationen bereits vor ihrer Gründung verständlich und verfolgten die Arbeit der UN nach der Annahme der UN-Charta.
Viele Länder befanden sich im Krieg, als der Begriff „Vereinte Nationen“ erstmals offiziell in der „Deklaration der Vereinten Nationen“ von 1942 verwendet wurde. Die 26 Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich, die Ideale hochzuhalten, die von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich im Vorjahr als gemeinsame Grundsätze formuliert wurden und „auf die sie ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für die Welt gründeten“.
Auf der Moskauer Konferenz 1943 forderten die Vertreter der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion die Gründung einer internationalen Organisation zur Erhaltung des Frieden und der Sicherheit.
Im folgenden Jahr erörterten die Vertreter dieser Länder und Chinas auf Konferenzen in Washington, D.C., wie diese gewaltige Aufgabe in Angriff genommen werden sollte. Diese Gespräche, bei denen die Delegationen der vier Länder einen Vorschlag für die Struktur der neuen Organisation ausarbeiteten, gingen als Dumbarton-Oaks-Konferenz in die Geschichte ein.
Im Anschluss an die Konferenz veröffentlichte Rotary die Publikation „Was können Rotarier nach Dumbarton Oaks tun?“ Darin enthalten waren die vorgeschlagene Charta, Diskussionspunkte und Vorschläge für Gespräche mit den Clubmitgliedern über die Verbindung der Vereinten Nationen mit Rotarys Ziel zur Förderung der internationalen Verständigung. Außerdem wurde darin betont, wie wichtig es sei, schon vor Kriegsende einen Plan parat zu haben, statt das Ende der Kampfhandlungen abzuwarten.
Nach dem Ersten Weltkrieg seien „Vorschläge zur internationalen Zusammenarbeit an der fehlenden aufgeklärten öffentlichen Meinung zu deren Unterstützung gescheitert“, hieß es. Die Diskussionen unter den Mitgliedern „werden dazu beitragen, eine fundierte öffentliche Meinung zu bilden.“
Es folgte die Publikation „Aktuelle Fragen zu Dumbarton Oaks“, die den Rotariern die Komplexität der vorgeschlagenen Charta näherbringen sollte. Die Broschüre präsentierte verschiedene Perspektiven zum Sicherheitsrat und anderen Aspekten der UN zur Diskussion in Clubprogrammen und Gesprächen. Gleichzeitig prüften Regierungen weltweit die auf der Dumbarton-Oaks-Konferenz geleistete Arbeit aufmerksam und reagierten darauf.

In diesem Telegramm wird Rotary International gebeten, die US-Delegation auf der Konferenz in San Francisco in beratender Funktion zu unterstützen.

„Aktuelle Fragen zu Dumbarton Oaks“ erläuterte komplexe Fragen zur Charta.
Von April bis Juni 1945 nahmen Delegationen aus 50 Staaten an der Konferenz der Vereinten Nationen über die internationale Organisation in San Francisco teil (die häufig als „San-Francisco-Konferenz“ bezeichnet wird). Ziel der Konferenz war das Verfassen einer Charta, die für alle akzeptabel war. Unterstützt wurden die Delegationen bei diesem historischen Vorhaben von einer großen Zahl von Mitarbeitern, Beratern und Experten.
Rotary International war eine von 42 Organisationen, die von den Vereinigten Staaten eingeladen wurden, die US-Delegation auf der Konferenz von San Francisco zu beraten. Jede Organisation verfügte über Sitze für drei Vertreter, sodass die elf Vertreter von Rotary International im Wechsel tätig waren. Zu den offiziellen Vertretern von Rotary gehörten der Generalsekretär, der Herausgeber der Zeitschrift „The Rotarian“ und mehrere Past-Präsidenten. Weitere Rotarier aus Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika waren als Mitglieder der Delegationen ihrer jeweiligen Länder im Einsatz. Die Rotarier dienten auch ihren jeweiligen nationalen Delegationen als Berater.

Muster für die Konferenz von San Francisco
Kurz vor Beginn der Treffen veröffentlichte und verteilte Rotary International die Broschüre „Pattern for the San Francisco Conference“ (Muster für die Konferenz von San Francisco). „Die Teilnahme an der Debatte über das Konzept einer Weltregierung ist für jeden Rotarier eine hervorragende Gelegenheit, das Ziel des internationalen Dienstes zu erfüllen“, hieß es darin.
Im weiteren Verlauf des Jahres 1945 hielten „The Rotarian“ und andere Publikationen die Rotary-Mitglieder über die Themen und Entwicklungen im Zusammenhang mit der neuen Organisation auf dem Laufenden. Leitartikel und Beiträge wie die Folgenden stellten Sachverhalte klar, lieferten zusätzliche Einblicke und Diskussionsanstöße und informierten die Leserschaft über das aktuelle Geschehen und die beteiligten Personen:
Nach der Gründung der Vereinten Nationen bildete die 95-seitige Broschüre „From Here On!“ (Von nun an!) auf einer Seite jeder Doppelseite den genauen Wortlaut der UN-Charta ab, während die andere Seite Anmerkungen und Fragen enthielt, die zur Anregung der Diskussion dienen sollten. Dank dieses Layouts konnten die Rotarier die Broschüre zum Lernen und zur Leitung von Clubdiskussionen nutzen.
Die Charta, so hieß es darin, könne nur dann Wirkung entfalten, wenn „freie Bürger“ weltweit entschlossen seien, ihr Leben einzuhauchen. „Der Rotarier, der diesen Seiten treu folgt“, so hieß es in der Broschüre, „wird unweigerlich den Weg des Dienstes beschreiten.“
Im Jahr 1946 veröffentlichte Rotary eine Beilage, in der die wichtigsten Ergebnisse der Sitzungen der UN-Generalversammlung im Januar und Februar desselben Jahres aufgeführt waren. Spätere Artikel in „The Rotarian“ sorgten dafür, dass die Vereinten Nationen und ihre Arbeit im Bewusstsein der Mitglieder blieben:
Heute verfügt Rotary über den höchsten Beraterstatus, der einer Nichtregierungsorganisation vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, der viele Sonderorganisationen der Vereinten Nationen beaufsichtigt, gewährt wird. Das Rotary Representative Network pflegt und fördert die Beziehungen zu verschiedenen Gremien, Programmen, Kommissionen und Behörden der Vereinten Nationen. Ihm gehören Vertreter von Rotary International bei den Vereinten Nationen und anderen Organisationen an. Der jährliche
Rotary-Tag bei den Vereinten Nationen würdigt die gemeinsame Vision beider Organisationen für den Frieden und hebt die wichtigen humanitären Aktivitäten in der Welt unter Federführung von Rotary und der Vereinten Nationen hervor.