


Zuerst schien es nur eine schwere Grippe zu sein.
Die Symptome begannen in New York, wo sich Danielle Stanisic für einen Forschungsauftrag aufhielt, das erste Mal fernab ihrer Heimat Australien. Ihr Zustand alarmierte jedoch ihre Kollegen im Labor, und sie drängten sie, sich untersuchen zu lassen. Dabei stellte sich heraus, dass Stanisic, die sechs Monate vorher nach Papua-Neuguinea gereist war, an Malaria erkrankt war.
Es folgte eine qualvolle Woche im Krankenhaus. 20 Jahre später empfindet Stanisics diese Tortur jedoch in erster Linie als enormen Glücksfall. „Ich konnte sofort und wirksam im Krankenhaus behandelt werden“, sagt sie. „Ich brauchte keine Angst vor gefälschten Medikamenten haben oder davor, dass die Infusionslösung nicht ausreicht. Über all diese Dinge musste ich mir keine Gedanken machen. In den Ländern, in denen Malaria vorkommt, sieht das ganz anders aus.“
Heute ist Stanisic eine erfahrene Immunologin, die sich auf die Bekämpfung von Parasiten spezialisiert. Ganz oben auf ihrer „Abschussliste“ steht der Erreger von Malaria – eine Krankheit, an der jedes Jahr rund 600.000 Menschen sterben. Die meisten von ihnen leben an Orten ohne Zugang zu der medizinischen Versorgung, die ihr das Leben rettete.

Bildnachweis: Getty Images
Malaria ist seit Jahrtausenden eine Plage der Menschheit. Die Krankheit wird durch einen von Mücken übertragenen Parasiten verursacht und hat über Generationen hinweg Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft dahingerafft, so wie Alexander den Großen, der vermutlich an den Ufern des Euphrat an dieser Krankheit starb. Sogar in den mumifizierten Blutresten von Pharaoh Tutanchamun wurden Spuren von Malariaparasiten nachgewiesen.
Obwohl Malaria heute vermeidbar und behandelbar ist, bleibt die Krankheit in weiten Teilen der Welt eine tödliche und zerstörerische Kraft – nirgendwo mehr als in Afrika, wo 95 Prozent der Erkrankungen und Todesfälle zu verzeichnen sind. Schätzungen zufolge erkrankten im Jahr 2024 282 Millionen Menschen an Malaria. 610.000 starben an der Krankheit. 75 Prozent von ihnen waren jünger als fünf Jahre.
Die Krankheit wird durch den Stich der weiblichen Stechmücke bestimmter Anopheles-Arten auf den Menschen übertragen. Die häufigsten Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Eine unbehandelte Infektion kann zu einer schweren Erkrankung mit Erschöpfung, Krampfanfällen und Atemnot führen und bereits innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome in einem Koma oder tödlich enden. Malaria ist zwar nicht ansteckend und wird auch nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen, doch können die Stechmücken den Parasiten mit dem Blut einer infizierten Person aufnehmen und auf andere Menschen übertragen.
Das Malariarisiko ging in den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts in den betroffenen Gebieten langsam zurück. Der mit Abstand wichtigste Faktor dafür war die Einführung von Präventionsmaßnahmen, wie imprägnierte Moskitonetze, deren Schutz drei Jahre oder länger vorhält, sowie das Besprühen der Wände mit ähnlichen langanhaltenden Insektiziden. Dank dieser Maßnahmen konnten 47 Länder von der Weltgesundheitsorganisation als malariafrei zertifiziert werden, darunter Ägypten, China und zuletzt die Demokratische Republik Timor-Leste im Jahr 2025. Auch mit Malariamedikamenten konnten Leben gerettet werden.
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Fallzahlen jedoch wieder angestiegen. Die weltweite Kürzung der Entwicklungshilfe könnte einen weiteren verheerenden Rückschlag für die erzielten Fortschritte zur Folge haben. „Ein perfekter Sturm aus Klimawandel, zunehmender Arzneimittel- und Insektizidresistenz, Handelsunterbrechungen und globaler Unsicherheit schwächt die Wirksamkeit der Malaria-Bekämpfungsmaßnahmen ab und droht, die seit dem Jahr 2000 mühsam errungenen Fortschritte umzukehren“, warnt ein Bericht aus dem Jahr 2025 der zwischenstaatlichen OrganisationAfrican Leaders Malaria Alliance und der gemeinnützigen OrganisationMalaria No More UK. Die Zusagen im vergangenen Jahr für die Partnerschaft Global Fund, die Mittel zur Bekämpfung von Malaria, AIDS und Tuberkulose einwirbt, brachten weniger ein als die Runde davor im Jahr 2022. Bei einem Ausbleiben der Fördermittel auf dem vorherigen Niveau prognostizieren die Berichtsautoren einen weiteren Anstieg der Malariaerkrankungen und -Todesfälle.
Die Zulassung von zwei bahnbrechenden Malaria-Impfstoffen durch die WHO im Jahr 2021, den ersten antiparasitären Impfstoffen überhaupt, gibt Anlass zur Hoffnung, dass diese düstere Prognose abgewendet und die Krankheit vielleicht sogar ausgerottet werden kann. An der Entwicklung von Dutzenden weiteren Impfstoffen wird derzeit gearbeitet. Darunter befindet sich auch der vielversprechende Kandidat, der von Stanisic und ihrem Team in Australien entwickelt wird.
Seit Jahrzehnten zerbrechen sich die Wissenschaftler den Kopf darüber, wie sich das körpereigene Immunsystem für die wirksamere Bekämpfung der Malariaerreger trainieren lässt. Die für diese Krankheit verantwortlichen Parasiten gibt es seit Millionen von Jahren. Der Mensch und die Parasiten haben sich gemeinsam weiterentwickelt und sind in einem unerbittlichen Kampf um die biologische Überlegenheit gefangen. In einigen Gebieten, die besonders anfällig für Malaria sind, haben Genmutationen beim Menschen die Form und das Verhalten der roten Blutkörperchen verändert. Ein Beispiel hierfür ist das Sichelzellmerkmal. Es sorgt dafür, dass die mit dem Malariaparasiten infizierten roten Blutkörperchen zusammen mit dem Eindringling zerstört werden.
Gleichzeitig entwickelte der listige Parasit raffinierte Methoden, um den Abwehrmechanismen unseres Körpers zu entgehen. Malariaparasiten sind „Shapeshifter“, die im Laufe ihres Lebens ihre Gestalt wandeln und dabei ihre Form und Oberflächenmerkmale drastisch ändern. Dies stellt ein Problem für die Antikörper, die „Streifenpolizisten“ unseres Immunsystems, dar. Sie erstellen die Phantombilder der Erreger, damit diese schnell erkannt werden und Verstärkung angefordert werden kann.
Moderne Impfstoffe, wie auch die beiden einzigen bisher zugelassenen Malaria-Impfstoffe, trainieren das Immunsystem meist nur mit einem Teil eines Oberflächenproteins dieses Erregers. So können die Antikörper das Fahndungsplakat erstellen, ohne eine Infektion zu riskieren. Malariaparasiten sind jedoch wahre Tarnkünstler und können sich schnell verändern, um sich vor der menschlichen Immunantwort zu verstecken.

Das Forschungsteam am Institut für Biomedizin und Glykomik der Griffith University arbeitet an einem Impfstoffkandidaten mit dem Namen PlasProtecT.
Eukalyptusbäume wiegen sich sanft in der heißen Brise vor dem Institut für Biomedizin und Glykomik der Griffith University, während sich an den nahegelegenen Stränden der australischen Gold Coast die Touristen tummeln. Hier arbeitet Stanisic mit ihrem Forschungskollegen Michael Good, der das Projekt leitet, an dem neuen Impfstoffkandidaten PlasProtecT. Unterstützt wird das Projekt von Rotary Clubs in Australien, die sich um das Fundraising kümmern.
In dem betriebsamen Labor summen die Kühlschränke und blicken die Forscher durch Mikroskope und klopfen auf den Tisch, um die Parasiten zu zählen. Oben in Goods Büro stapeln sich Forschungsberichte, Biologie-Fachzeitschriften und Konferenzprogramme auf dem Schreibtisch. Hinter ihm hängt ein gerahmtes Foto, das mehrere Malariaparasiten abbildet und von Pionieren auf diesem Gebiet im 19. Jahrhundert aufgenommen wurde. Eine Ehrenplakette liegt scheinbar vergessen im untersten Fach seines Bücherregals.
Seit 40 Jahren widmet sich Good der Erforschung von Malariaparasiten. Bei einem frühen Impfversuch vor etwa 10 Jahren ließ er sich von seinem Team mit Plasmodium falciparum impfen, der tödlichsten Art von Malariaparasiten. Freiwillige Selbstversuche waren in der Vergangenheit eine gängige Praxis der medizinischen Forschung und Good hielt sie für wichtig. Heute sind sie weniger verbreitet. „Ich wollte sagen können, dass ich für die Impfung bereit bin und ich andere nicht mit etwas impfen würde, dass ich nicht auch selbst nehmen würde,“ sagt Good.
Die Parasiten lebten zwar noch, waren aber durch einen als „Attenuierung“ bezeichneten Prozess abgeschwächt. Dabei werden die Krankheitserreger unschädlich gemacht, bleiben aber für das Immunsystem weiter erkennbar. Dieses Verfahren wird bereits sicher in anderen Impfstoffen angewendet: von den Windpocken bis zur Grippe.
In diesem frühen Test waren die Parasiten jedoch nicht ausreichend abgeschwächt worden, und schon bald lag Good mit Schüttelfrost zuhause unter einem Berg Decken im Bett. Wie Stanisic in New York hatte aber auch er Zugang zu einer erstklassigen medizinischen Versorgung und wurde schnell wieder gesund.

Danielle Stanisic und Michael Good vom Institut für Biomedizin und Glykomik der Griffith University arbeiten an der Entwicklung eines neuen Malaria-Impfstoffs. Eine Partnerschaft mit australischen Rotary Clubs unterstützt sie dabei finanziell.
Nach diesem Experiment musste das Forschungsteam wieder von vorn anfangen und die Rezeptur optimieren und gleichzeitig seine breiteren Ansätze begründen. Heute werden die Parasiten durch Einfrieren abgetötet, nicht nur abgeschwächt. Dann werden die zertrümmerten Komponenten mit anderen Verbindungen in einem Fettbeutel zusammengeführt, um die Immunantwort zu verstärken. Bei dieser Versuchsanordnung ist das Risiko einer Malariainfektion gleich Null. „Dieser Schmarotzer wird beim Einfrieren abgetötet“, sagt Good. „Das ist so, als würde man jemanden in ein Becken mit flüssigem Stickstoff stecken, einige Zeit später wieder herausholen und hoffen, dass er aufsteht und wegläuft. Keine Chance.“
Wenn eine mit Malariaparasiten infizierte Mücke einen Menschen sticht, gelangen die winzigen, wurmartigen Parasiten, die als Sporozoiten bezeichnet werden, aus den Speicheldrüsen des Insekts durch die Haut des Mückenopfers in die Blutbahn und nisten sich innerhalb von Minuten oder Stunden in der Leber ein. Dort entwickeln sie sich durch Teilungsvorgänge in etwa einer Woche zu eiförmigen Formen, die Merozoiten genannt werden. Etwa 30.000 der vollständig ausgereiften Merozoiten platzen aus der Leber heraus und befallen die roten Blutkörperchen.
Sie heften sich an die roten Blutzellen, bohren ein Loch in die Zellwand, durch das sie in die Zelle eindringen. Dann verschließen sie das Loch wieder, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Im Blutkörperchen angelangt, verschlingt der Parasit das Hämoglobin-Protein und teilt sich immer wieder, bis sich etwa zwei Dutzend Merozoiten dicht aneinanderdrängen, wie Menschen auf einer überfüllten Tanzfläche.
Die Zellwände brechen auf und überschwemmen den Blutkreislauf mit den neuen Merozoiten. Dann beginnt der Zyklus aufs Neue.
Zu diesem Zeitpunkt treten bei der infizierten Person die ersten Symptome auf. Beim Aufbrechen der Zellwände durch die Merozoiten gelangen Abfallprodukte in den Blutstrom und lösen eine massive Immunreaktion aus, die sich als Fieber und Schüttelfrost manifestiert.
Die Zerstörung der roten Blutkörperchen durch die Malariaparasiten kann zu Anämie, Erschöpfung, Gliederschmerzen, niedrigem Blutsauerstoffgehalt und sogar zu Organschäden führen. Das kann so schnell gehen, dass Kinder bei der Ankunft im Krankenhaus sofort eine Bluttransfusion benötigen.
Eine unbehandelte Malaria-Infektion kann tödlich verlaufen, manchmal schon nach 24 bis 48 Stunden. Am stärksten gefährdet sind Kinder, Schwangere, Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem und Menschen, die sich noch nie zuvor mit Malaria infiziert haben.
Die beiden von der WHO zugelassenen und aktuell verabreichten Impfstoffe – Mosquirix und R21 – senken nach der Gabe von drei Dosen nachweislich die Zahl der Malaria-Erkrankungen bei Kindern im ersten Lebensjahr um mehr als 50 Prozent. (Nach einem Jahr wird eine vierte Dosis empfohlen, um den mit der Zeit nachlassenden Schutz zu verlängern.) In Gebieten mit saisonaler Übertragung in einigen Monaten des Jahres verhindern saisonale Impfungen rund 75 Prozent der Fälle. Sie werden in 25 Ländern Afrikas zusammen mit Routineimpfungen im Kindesalter angeboten. Mittelkürzungen gefährden das Ziel von jährlich mehr als 10 Millionen geimpften Kindern.
Modellrechnungen zufolge könnte die Impfung bis 2035 schätzungsweise eine halbe Million Kinder vor dem Tod bewahren. Allerdings müsste sie auf Gebiete mit einer mittleren und hohen Übertragungsrate ausgeweitet werden, so die WHO.
Unterdessen versprechen weitere Mittel und Impfstoffe Hoffnung, wie der Impfstoffkandidat PlasProtecT der Griffith University, der dank der über 3,1 Millionen AUD (etwa 2,2 Millionen USD), die vom Rotary-Distrikt 9640 aufgebracht wurden, kurz vor dem Beginn klinischer Studien steht.
Er unterscheidet sich von den bislang eingesetzten Impfstoffen unter anderem dadurch, dass er die Malariaparasiten erst beim Eintreten in den Blutstrom nach Verlassen der Leber bekämpft. „Bei Impfstoffen, die nur auf das Leberstadium abzielen, besteht die Gefahr, dass ein einziger Parasit unentdeckt aus der Leber in den Blutstrom gelangen und dort die Infektion auslösen kann“, sagt Christian Engwerda, Zellimmunologe am QIMR Berghofer Medical Research Institute in Brisbane. „In einer idealen Welt würde ein Impfstoff alle drei Aufgaben erfüllen und die Infektion in der Leber, die Infektion im Blutstrom und die Übertragung zurück auf die Mücken verhindern.“
PlasProtecT kann eingefroren oder zu einem Pulver gefriergetrocknet werden, ohne seine Wirksamkeit zu verlieren. Das macht den Transport der Vakzine einfach und kostengünstig. Mit über 5.000 Proteinen des Malariaparasiten schützt der Impfstoff vor einem breiteren Spektrum an Parasitenstämmen und -arten und macht ihn damit zu einem antiparasitären Komplettimpfstoff.
Klinische Studien der Phase 1 zum Testen von PlasProtecT am Menschen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Erste Tests der Impfung lieferten vielversprechende Ergebnisse. „Unsere präklinischen Modelle zeigen, dass dieser Impfstoff in allen Parasitenstadien sehr gute Immunantworten hervorruft, und das gegen verschiedene Stämme“, sagt Stanisic.

Der von einem Forscherteam der Griffith University entwickelte Impfstoffkandidat PlasProtecT kann eingefroren oder zu einem gefriergetrockneten Pulver verarbeitet werden, ohne seine Wirksamkeit zu verlieren. Das macht den Transport der Vakzine einfach und kostengünstig.
Ihr Kampf gegen die Krankheit macht den Bedarf eines vielschichtigen Ansatzes zur Malariabekämpfung deutlich, bei dem Impfstoffe nur ein Teil sind. Während ihrer Reise nach Papua-Neuguinea vor vielen Jahren nahm Stanisic wie viele Reisende Medikamente zur Malariaprophylaxe ein, die den Parasiten im Blut abtöten. Einige Erreger blieben aber in ihrer Leber zurück und traten erst Monate später nach dem Abbau der Medikamente in Erscheinung. Dieses Risiko besteht bei zwei der fünf Malariaparasitenarten.
„Aus diesem Grund brauchen wir einen hochwirksamen Impfstoff“, sagt sie, „der es dem Körper ermöglicht, die eigene Immunabwehr aufzubauen und die Vermehrung des Parasiten im Blut zu verhindern.“
Im philanthropischen und im staatlichen Sektor wird intensiv darüber diskutiert, für welche Kampagnen und Instrumente der öffentlichen Gesundheit die begrenzten Finanzmittel eingesetzt werden sollten und welche die größten Erfolgsaussichten bieten. Einige Regierungen setzen den Rotstift quer durch alle Bereiche an. Stanisic spricht unverblümt über die Finanzierungslücke, die von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als „Tal des Todes“ bezeichnet wird und die vielversprechende Technologien abwürgt.
Schon früh bat ihr Team deshalb Rotary um Unterstützung. Sie hielt regelmäßig Vorträge vor einer Gruppe australischer Rotary-Mitglieder, die sich für die Malaria-Ausrottung engagieren. 2015 trat sie einem neu gegründeten Satelliten-Club an der Griffith University bei. Nach ihrem Spendenaufruf zum Kauf eines Laborgeräts sammelten die Rotary-Mitglieder mit großem Engagement die nötigen Mittel in nur einer Woche. Mit dabei war auch Sandra Doumany, die sofort das Potenzial für die Beteiligung anderer Rotary Clubs erkannte. „Das hat die Stärke von Rotary unter Beweis gestellt“, meint PDG Doumany, die im nahegelegenen Rotary Clubs Hope Island Mitglied ist. „Die Tatsache, dass wir innerhalb einer Woche helfen konnten, ist für mich Ausdruck von Rotarys Stärke.“

Die Rotarierin Sandra Doumany leitete Spendenaktionen zur Finanzierung der Forschung im Labor der Griffith University.
Im Jahr 2017 begann das Malaria-Impfstoff-Projekt als offizielle Partnerschaft zwischen dem Forschungsteam der Griffith University und dem Rotary-Distrikt 9640. Damit sollen die erforderlichen Mittel aufgebracht werden, um die Forschungsarbeiten in den wichtigen klinischen Phase 1/2-Studien fortzusetzen. Das ist in der Regel der Zeitpunkt, an dem die staatliche Förderung ausläuft und die privatwirtschaftliche Finanzierung noch nicht begonnen hat.
Doumany steht einem Leitungsgremium für das Malaria-Impfstoff-Projekt vor und organisiert jährlich eine Spendengala für das Projekt. Bei der letzten Gala kamen 86.000 AUD (56.000 USD) zusammen. Zur Vorstellung der Arbeit und Gewinnung von Spenden veranstalten die Projektmitglieder darüber hinaus Golfturniere, Bootsmessen, Grillfeste und gemeinsame Treffen.
Auch der immer gut gelaunte pensionierte Schulleiter Ross Smith vom Rotary Club Burleigh Heads führt die Bemühungen mit an. Past Governor Smith reist unermüdlich um die Welt, um Unterstützung für die Kampagne einzuwerben. Gerade erst hatte er den Jetlag der letzten Auslandsreise überwunden, als schon das nächste Galadinner vor der Tür stand. „Malaria ist die häufigste Todesursache auf dem Planeten in der Geschichte“, meint Smith. Das Fundraising sei aber nicht einfach, da Malaria vor allem ärmere Regionen der Welt betrifft.
Für Smith ist diese Krankheit alles andere als theoretisch. Im Zweiten Weltkrieg erkrankte sein Vater in japanischer Kriegsgefangenschaft in Singapur mehrmals an Malaria. Mehr als ein halbes Jahrhundert später machte Smith selbst Bekanntschaft mit dem Parasiten, als er im Rahmen eines Rotary-Projekts an einer kleinen Schule in Tansania weilte. Eines Nachts musste eine Australierin, die an der Schule arbeitete, aufgrund von Symptomen, die sich später als Malaria herausstellten, in ein Krankenhaus gebracht werden. Smith fuhr sie hin. „Sie schwitzte stark und war aufgedunsen. Sie sah sehr krank aus“, erinnert sich Smith. Während der angespannten 8 km langen Fahrt im Dunkeln auf einer durchlöcherten Straße war sich Smith nicht sicher, ob sie es schaffen würde. Er fühlte sich so hilflos. Nach mehreren Tagen im Krankenhaus war das Schlimmste überstanden.
Am Weltmalariatag am 25. April können Rotary-Mitglieder in Regionen, in denen Malaria endemisch ist, messbare Veränderungen bewirken. Zur Unterstützung dieser Bemühungen schrieb die Rotary Action Group Rotarians Against Malaria-Global Fördermittel in Höhe von jeweils 2.500 Dollar für Projekte gegen Malaria aus, die von der Verteilung von mit Insektiziden imprägnierten Moskitonetzen und Soforttests bis zu Aufklärungsprogrammen an Schulen und in Social-Media-Kampagnen reichten.
Die RAG erhielt 91 Bewerbungen und vergab 33 Grants. Nach Aussage des Leiters der RAG Dan Perlam zeige die „enorme kreative Energie in den vielen Bewerbungen, wie hoch das Interesse an der Ausrottung der Malaria ist. Das ist ein echter Gamechanger. Diese Fördermittel ändern nicht nur Leben, sondern auch uns selbst. Der rotarische Dienst erdet und verbindet uns über Kulturen hinaus und erinnert uns daran, dass der Fortschritt das Ergebnis eines zielstrebigen und engagierten Handelns ist.“

Er hat die Folgen von Malaria aus erster Hand miterlebt und reist zur Spendeneinwerbung durch die ganze Welt.
Das große Vorbild von Smith war der ehemalige RI-Präsident Sir Clem Renouf, der maßgeblich daran beteiligt war, den Kampf der Organisation gegen die Kinderlähmung ins Leben zu rufen. Nach seiner Erfahrung in Tansania stürzte sich Smith mit neuer Energie in den Kampf gegen Malaria. Er denkt, dass Rotarys Fortschritte bei der Polioeradikation ein gutes Vorbild für die Malariabekämpfung sein können, vorausgesetzt, die Wissenschaftler schaffen es, die richtigen Impfstoffe zu entwickeln.
Dan Perlman, Vorsitzender der RAG Rotarians Against Malaria-Global ist davon überzeugt, dass die Fortschritte bei den Impfstoffen im Verein mit besseren Überwachungsmaßnahmen die Malaria-Ausrottung eine reale Möglichkeit werden lassen. Die Aktionsgruppe unterstützt Projekte, die Moskitonetze und Larvizide und Insektizide zum Besprühen von Wänden bereitstellen, stehendes Wasser ableiten und lokale Gesundheitshelfer ausbilden, die unkomplizierte Erkrankungen diagnostizieren und behandeln und kompliziertere Fälle an Fachärzte überweisen. In Ländern mit Malaria-Impfungen informieren die lokalen Gesundheitshelfer die Bevölkerung über die Impfung, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.
„Impfungen sind eindeutig der Schlüssel zur Ausrottung der Malaria“, sagt Perlman. Der pensionierte Facharzt für Infektionskrankheiten war einer der ersten amerikanischen Ärzte, der im vergangenen Jahr in der ersten Impfrunde in Uganda ein Kleinkind gegen Malaria impfte. Er weist auf die Herausforderungen von Impfstoffen der ersten Generation hin, wie die Notwendigkeit von vier Dosen und die mit der Zeit nachlassende Schutzwirkung. Gleichzeitig ist er davon überzeugt, dass wir uns inmitten einer „Impfstoffrevolution“ befinden, die in den kommenden Jahren mehrere Impfstoffe der nächsten Generation auf den Markt bringen wird. „Ich denke, dass wir in weniger als 10 Jahren mindestens drei oder vier zugelassene Malaria-Impfstoffe haben werden: einen für Reisende und auch einen für Erwachsene“, sagt Perlman, der dem Rotary Club Carbondale im US-Bundesstaat Colorado angehört.
Erst kürzlich feierten die Rotary-Mitglieder die Zertifizierung von Timor-Leste als malariafrei durch die WHO. Sie helfen dem südostasiatischen Inselstaat und anderen Ländern der Region durch die Verteilung von imprägnierten Moskitonetzen, von Sprühgeraten für Innenräume und von Diagnosegeräten sowie mit Aufklärungskampagnen der örtlichen Bevölkerung.
„Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir Malaria in den nächsten 30 bis 40 Jahren weltweit ausrotten werden“, sagt Perlman. „Ob wir das schaffen, hängt wirklich davon ab, welche Ressourcen, Finanzmittel und Unterstützung dafür bereitgestellt werden.“
Trotz aller Fortschritte ist der vor uns liegende Weg ungewiss. Finanzierungsengpässe stellen nach wie vor eine Herausforderung dar. Nach Schätzungen der WHO sind bis 2025 jährlich 9,3 Milliarden USD erforderlich, um Malaria weltweit eindämmen und die Eradikationsziele erreichen zu können. 2024 wurden jedoch nur 3,9 Milliarden Dollar für diese Zwecke ausgegeben. Das macht es erheblich schwerer, das 2015 beschlossene Ziel, die Zahl der weltweiten Malaria-Erkrankungen und -Todesfälle bis 2030 um mindestens 90 Prozent zu senken, zu erreichen.
„Fehlende Mittel haben zu erheblichen Lücken bei der Versorgung mit imprägnierten Moskitonetzen, Medikamenten und anderen lebensrettenden Hilfsmitteln geführt, vor allem für die Menschen, die am anfälligsten für die Krankheit sind“, schreibt die WHO. Neben der zunehmenden Resistenz gegen Medikamente und Insektizide sehen wir heute Malaria-Stämme, die mit herkömmlichen Diagnosetests nicht erkannt werden können.
Auch das Verhalten der Mücken hat sich verändert. Durch den Klimawandel entstehen neue feuchtheiße Lebensräume, in denen sich die Mücken ausbreiten. So wie die asiatische Mückenart Anopheles stephensi, die nach Afrika vordringt und im städtischen Raum besonders gut gedeiht. Mehrere Mückenarten stechen im Freien und während des Tages, wenn weniger Menschen durch ein Moskitonetz geschützt sind. „Die Gesamtsituation ist wirklich besorgniserregend“, sagt Eliane Pellaux-Furrer, Fachreferentin für Malaria-Impfstoffe bei der WHO. „Wir wissen auch, dass Malaria eine Krankheit ist, die schnell wieder zurückkehrt“, sagt sie.
Das Aussetzen der Bekämpfungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie führten zu einem Wiederaufflammen der Krankheit. Eine Vorschau auf das, was uns bevorsteht, wenn die Mittel weiter gestrichen werden. Zwar gebe es eine „enorme Nachfrage“ und eine hohe Akzeptanz der derzeitigen Malaria-Impfstoffe, so Pellaux-Furrer, „doch hindern uns finanzielle Engpässe daran, die flächendeckende Einführung der Impfstoffe im gewünschten Umfang voranzutreiben.“
Die Impfstoffe Mosquirix und R21 haben die Infrastruktur und die Impfpläne geschaffen, sodass sich neue und bessere Malaria-Impfstoffe heute leichter einführen lassen, erklärt sie.
Die Phase-1-Studien für PlasProtecT werden rund 10 Millionen AUD kosten. Für die Phase-2-Studien, in denen die Wirksamkeit bei Kindern in Endemiegebieten untersucht wird, müssen rund 30 Millionen AUD aufgebracht werden. Das Forschungsteam der Griffith University hofft, dass die Daten bis 2028 vorliegen werden und der Impfstoff in den folgenden Jahren in mehreren Malaria-Endemiegebieten verabreicht und überwacht werden kann. Wissenschaft ist aber keine Kristallkugel. „Man darf sich nicht abbringen lassen“, sagt Stanisic. Sie schaut Good an und fragt ihn: „Wie oft glaubten wir, endlich die Antwort gefunden zu haben, und dann tauchte eine neue Hürde auf?“
Welche Hürden die Zukunft auch bringen mag: ihre Arbeit und die anderer Forscher werden zu neuen, noch unbekannten Fortschritten führen. Stanisic und ihre Kollegen bleiben entschlossen und engagiert. Solange die Bedrohung fortbesteht, müssen sie es auch bleiben, sagt sie. „Was mich antreibt, sind die Kinder, die an Malaria sterben.“
Der Originalbeitrag erschien in der April-Ausgabe 2026 des Magazins Rotary.