Neue Polio-Aktionen - neue Erfolge

Einsatzhelfer erklären einer Frau in Azuretti mit einem Flugblatt, warum die derzeitige Impfkampagne anläuft, bei der neben der Schluckimpfung gegen die Kinderlähmung auch Medikament gegen Wurmkrankheiten verabreicht werden.
Fotorechte Alyce Henson/Rotary International
A child receives the oral polio vaccine in Azuretti.
Fotorechte Alyce Henson/Rotary International
Volunteers hand out de-worming tablets to children to expand public health benefits, another objective of the new polio endgame strategic plan.
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An immunization team walks through the fishing village of Azuretti.
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A volunteer grabs a child to immunize during National Immunization Days in Abidjan, Côte d'Ivoire.
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A child's fingernail is marked in Abidjan to indicate he has received the vaccine.
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Volunteers immunize a child at a bus depot in Abidjan.
Fotorechte Alyce Henson/Rotary International

Es ist mehr als zwei Jahre her, dass der letzte Fall von Kinderlähmung im westafrikanischen Staat Côte d'lvoire aufgetreten ist. Und das ist genau die Zeit, die es braucht, damit Impftermine in Vergessenheit geraten. Ein gefährlicher Fehler.

„Die Öffentlichkeit versteht oft nicht, warum Eltern nach so vielen Immunisierungen immer noch gefragt werden, ihre Kinder zu den Impfstellen zu bringen", sagt Marie-Irène Richmond-Ahoua, Vorsitzende des Rotary National PolioPlus Committee in Côte d'lvoire.
Als erfahrene Kämpferin gegen das Poliovirus weiß Frau Richmond-Ahoua aber nur zu gut, wie verhängnisvoll ein Nachlassen der Aufmerksamkeit gegenüber der Krankheit sein kann. Nigeria, eines von drei noch polioendemischen Ländern in der Welt, ist nicht weit entfernt – und die Gefahr der Wiedereinschleppung des Virus besteht andauernd. Die einzige Waffe gegen einen Wiederausbruch sind reguläre Impfungen aller Kinder unter fünf Jahren.

Während der National Immunization Days (NIDs) im April machten sich wieder Tausende ehrenamtlicher Helfer – darunter natürlich auch viele Rotarier und Rotaracter - auf, um in Dörfern, Städten und Shantytowns von Tür zu Tür zu gehen und die Schluckimpfung zu verabreichen. Dabei kostete es zum Teil viel Überzeugungskraft, dass den Helfern überhaupt aufgemacht wurde.
"Côte d'lvoire hat gerade recht unruhige Zeiten hinter sich, und die Menschen haben noch Angst. Sie machen nicht einfach jedem auf", so Frau Richmond-Ahoua. Doch wenn die Fremden einmal an ihren Polio-T-Shirts und von den Rotary Clubs bereitgestellten Kappen sehen, fassen sie schnell Vertrauen.

Auch Kommunikation ist von elementarer Bedeutung für eine erfolgreiche Kampagne. Rotarier setzen medial alles ein, was sie können. Radio, Fernsehen, sogar Griots, afrikanische Geschichtenerzähler sollen auf die Aktionen aufmerksam machen.
Und das Resultat: 7,5 Millionen Kinder erhielten nicht nur die zwei Tröpfchen der Schluckimpfung, sondern daneben auch noch Vitamin A-Präparate und Tabletten gegen Wurmbefall. Ein großartiger, ein heldenhafter Erfolg, der in der westlichen Welt keine Schlagzeilen macht, aber weitreichende Konsequenzen hat. Zusatzkampagnen wie diese Impftage gehören zu dem Konzept des Polio Eradication and Endgame Strategic Plan. Dieser Plan umfasst alle Maßnahmen, die notwendig sind, um die Krankheit bis 2018 entdgültig besiegt zu haben.

Auch das neue Spendenabkommen der Bill & Melinda Gates Foundation mit Rotary unterstützt diese Strategien. Dabei werden bis zu 35 Millionen Rotarier-Spenden pro Jahr im Verhältnis 2:1 von der Gates Foundation bezuschusst. Das könnte im besten Fall eine weitere Hilfe für die Weltkampagne von weit über einer halben Milliarde Dollar bedeuten.

„Die Ausrottung der Kinderlähmung ist nicht eine Option, die man annimmt oder nicht" betont auch Frau Richmond-Ahoua. „Es ist jetzt eine Verpflichtung.

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