Botschaft des Präsidenten

John F. Germ

Präsident 2016/17

August 2016

Vor vierzig Jahren lud mich George Campbell, the Inhaber des Unternehmens in dem ich damals arbeitete, zur Mitgliedschaft in Rotary ein. Zur damaligen Zeit war dies übliche Praxis in den USA. Der Chef lud einen zu Rotary ein, da er der Meinung war, dass dies gut für das Geschäft und gut für das Gemeinwesen ist und man sagte natürlich zu. Kein Wunder, dass unsere Mitgliedschaft während dieser Zeit so stark wuchs.

George warnte mich zwar, Rotary nicht als Ausrede zu nutzen, um auf der Arbeit zu faulenzen, doch ich hatte nie ein Problem damit, an den Lunch-Meetings teilzunehmen und in Ausschüssen zu dienen. Ich musste mir nie Sorgen machen, dass ein längeres Mittagessen einmal pro Woche meiner Karriere schaden könnte oder dass die gelegentlichen Rotary-Telefonate auf der Arbeit ihn stören könnten.

Heute sind die Dinge etwas anders. Unternehmen sind nicht mehr so großzügig bei der Arbeitszeit, und nicht jeder Manager unterstützt den Dienst im Gemeinwesen. Es ist schwierig, ein Rotary-Meeting zu genießen, wenn man auf seinem Mobiltelefon sieht, wie sich die E-Mails türmen. Es ist so schwer wie nie zuvor, die Arbeit mit Rotary zu kombinieren – und das Modell, das uns vor ein paar Jahrzehnten noch ein solches Wachstum bescherte, hält heute das Wachstum zurück.

Aus diesem Grund nahm der Gesetzgebende Rat einige innovative Maßnahmen an, die es Clubs ermöglichen sollen, Meeting-Zeiten anzupassen und den Kreis möglicher Mitgliedschaftskandidaten auszuweiten. Clubs haben jetzt mehr Flexibilität dabei, auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder einzugehen und Barrieren für eine Mitgliedschaft aus dem Weg zu räumen. Es gibt jedoch eine Barriere, die nur Sie beseitigen können. Jedes potenzielle neue Mitglied benötigt eine Einladung, um Rotarier zu werden. Und diese Einladung zur Mitgliedschaft muss von Ihnen kommen.

Jedes Mal, wenn ich einer Gruppe von Rotariern sage, dass wir mehr helfende Hände, mehr offene Herzen und mehr kluge Köpfe brauchen, dann erhalte ich Applaus. Doch diese Hände, Herzen und Köpfe tauchen nicht wie durch ein Wunder in unseren Clubs auf. Wir müssen Sie ansprechen und fragen, ob sie Mitglied werden wollen. Und das können nur Sie. Eine solche Einladung ist wie ein Geschenk. Man sagt mit ihr: „Ich glaube, dass Du die Kenntnisse, Fähigkeiten und den Charakter dazu hast, unser Gemeinwesen zu verbessern und ich möchte, dass Du Dich mir dabei anschließt“.

Ich bin der Präsident von Rotary International, doch der einzige Club, in den ich jemanden einladen kann, ist der Rotary Club Chattanooga, Tennessee. Ich kann Ihren Club oder Ihr Gemeinwesen nicht stärker machen. Das können nur Sie selbst – indem Sie qualifizierte Leute einladen, unser Jahresmotto umzusetzen: Rotary hilft Menschen.


Juli 2016

Wir schauen heute voraus auf ein Rotary Jahr, das vielleicht einmal als das größte unserer Geschichte bekannt werden könnte: nämlich das Jahr, in dem wir den letzten Fall von Polio sehen! Das Wildvirus konnte 2015 nur noch 74 Infektionen verursachen --- alle Fälle in Afghanistan und Pakistan. Wir arbeiten mit Folgeimpfungen weiterhin unermüdlich auf unser Ziel einer gänzlichen Ausrottung hin, um dem Virus keine Chance zur Wiederausbreitung zu lassen. Und dennoch müssen auch bereits über dieses Ziel hinausschauen: wir müssen uns aufstellen, wie wir unsere Erfolge für noch größere Erfolge in der Zukunft einsetzen können.

Es ist ungeheuer wichtig für uns als Organisation, dass unsere Rolle bei der Ausrottung der Kinderlähmung anerkennt wird. Je mehr wir dafür bekannt sind, was wir geleistet haben, desto leichter wird es uns auch in der Zukunft fallen, Partner, Gelder und - am allerwichtigsten - Mitglieder zu mobilisieren. Wir setzen uns in Evanston sehr dafür ein, dass wir die uns gebührende Anerkennung erhalten. Und das nicht in prahlerischer Absicht oder weil wir Lorbeeren zum Ausruhen brauchen. Sondern weil Rotary es für sein Werk braucht.

Doch natürlich können wir von Evanston aus nur so viel erreichen. Rotary lebt in den Clubs - und wir brauchen Sie, um uns vor Ort zu repräsentieren. Zeigen Sie daher im Gemeinwesen, was Rotary ist und bewegt. Und bereiten Sie Ihren Club auf den Moment vor, wenn es soweit ist, dass wir endlich den Sieg über eine Geißel der Menschheit publik machen können.

Wenn wir in den kommenden Jahren noch besser Menschen helfen wollen, dann brauchen wir stets mehr helfende Hände, offene Herzen und kluge Köpfe, um unsere Arbeit voranzubringen. Wir brauchen flexible Clubs, die gleichwohl attraktiv für junge wie für ältere Generationen sind. Wir brauchen neue Partnerschaften und müssen uns für neue Kooperationen mit anderen Organisationen öffnen.

Der Blick nach vorn zeigt auch, dass wir Kontinuität in der Organisationsführung zur Priorität machen müssen. In Rotary spielen wir alle für dasselbe Team, engagieren uns für die gleichen Ziele. Wenn wir diese Ziele gemeinsam erreichen wollen, dann müssen wir in die gleiche Richtung gehen - gemeinsam.

In Rotary haben Sie jeden Tag die Chance, etwas zu bewegen. Jede Aktion ist wichtig und kann ein Leben verändern. Jede kleine gute Tat macht die Welt ein Stückchen besser - für uns alle. Wir alle haben diese neue Chance, denn Rotary hilft Menschen.