Ein Lächeln für Kenia

Im Juli erhielten 5.000 Kinder in Kenia Rucksäcke voll gefüllt mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Zahnputzbechern. Das "Kenya Smiles"-Projekt finanziert zudem Ernährungstrainigs für Mütter und zahnmedizinische Trainings für Zahnärzte vor Ort.
Fotorechte ©Sheila Hurst. All rights reserved. Not for reuse.

Weniger als 1.000 Zahnärzte versorgen in Kenia 44 Millionen Einwohner - das Einsatzgebiet reicht von den Weiten des Buschlandes bis zu den Slums Nairobis. Außerhalb der reicheren Städteregionen ist Zahnpflege eher eine Seltenheit. 

“In den meisten ländlichen Gebieten müssen die Menschen weite Strecken zurücklegen, um einen Zahnarzt zu besuchen", so Stephen Irungu, Beauftragter für zahnmedizinische Versorgung im Gesundheitsministerium und Past Präsident des Rotary Clubs Murang’a. "Die meisten Patienten kommen erst in die Zahnklinik, wenn sie Schmerzen haben." 

Es ist nicht verpönt, wenn einem die Zähne ausfallen, so Past Governor Geeta Manek weiter. Karies ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und geht oft anderen Leiden im späteren Leben voraus. "Wir machen uns Sorgen über AIDS und Malaria und TB in den ärmsten Regionen der Welt, doch Zahnfäule kommt hier wesentlich häufiger vor", so Karen Sokal-Gutierrez, Ärztin aus Kalifornien.

Vor diesem Hintergrund entstand "Kenya Smiles", ein Projekt von Sheila Hurst, Mitglied im Rotary Club Redding West, Kalifornien und Laura Day, Past Governor von Distrikt 5160 (Kalifornien). Sechs Zahnärzte aus Kenia, darunter Stephen Irungu, reisten im April 2013 im Rahmen eines Vocational Training Teams nach Kalifornien, um an Trainingseminaren teilzunehmen. Mit beteiligt an dem Global Grant Projekt waren der Rotary Club Karen-Nairobi und die Distrikte 9212 (Eritrea, Äthiopien, Kenia und Süd-Sudan) und 6150 (Arkansas). 

Im Juli reisten 10 Amerikaner, darunter Hurst, Day und Sokal-Gutierrez, nach Kenia und brachten neben vier tragbaren zahnmedizinischen OP-Einheiten eine Menge Aufklärungsmaterial sowie 5.000 Rotary-blaue Rucksäcke mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Edelstahlbecher mit - letztere wurden sofort von den jungen Empfängern der Rucksäcke "Zauberbecher" getauft. 

Das Team führte an einer Nilpferdhandpuppe mit überdimensionalen Zähnen den Gebrauch von Zahnbürsten vor und informierte mit einem Spiel Kinder über gesunde Ernährung. Das Projekt finanziert auch Ernährungstraining für Mütter. Damit unterscheidet sich "Kenya Smiles" von anderen zahnmedizinischen Projekten: die Ursache für Karies soll bereits "an der Wurzel" bekämpft werden.

Jeff Bamford, Gründungspräsident des Rotary Clubs Karen-Nairobi, freut sich besonders, dass die größten Befürworter des Programms die Kinder sind. "Ich sehe die Kinder mit einem riesigen Strahlen im Gesicht. Wenn wir mit ihnen sprechen, sind sie Feuer und Flamme, und wir können richtig sehen, wie das Wissen von einem zum anderen weitergetragen wird." 

Gekürzt aus The Rotarian, Februar 2014.

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