Schauspielerin Archie Panjabi unterstützt Rotary im Kampf gegen Polio

Schauspielerin und Rotary Polio-Botschafterin Archie Panjabi spricht über ihren Einsatz in der End Polio Now Kampagne

Schauspielerin und Emmy-Gewinnerin Archie Panjabi ist eine der Botschafterinnen in Rotarys "So nah dran"-Kampagne gegen Polio. In diesem Jahr besuchte sie Neu Delhi, um Kinder mit dem Schluckimpfstoff gegen das Polio-Virus zu impfen. Panjabi, die bekannt ist aus der US-Fernsehserie "Good Wife" und Filmen wie "Kick It Like Beckham," "Ein mutiger Weg" und "Der ewige Gärtner", berichtete von ihren Erlebnissen vor den Besuchern der Rotary Convention 2013 in Lissabon, wo auch wir sie für ein Interview trafen. Zum Video

The Rotarian: Wonach suchen Sie sich die Dinge aus, die Sie unterstützen?

Archie Panjabi: Sie müssen Sinn für mich machen, denn sobald ich mich einer Sache widme, widme ich mich ihr auch richtig. Ich weiß, dass ich mich engagieren werde. Die Polioproblematik lag mir wegen meines indischen Backgrounds nahe.

Sie wuchsen in London auf, verbrachten als Kind jedoch auch Zeit in Mumbai. Anfang dieses Jahres nahmen Sie in Neu Delhi an einer Polio-Impfaktion teil. Wie hat sie das berührt?

Panjabi: Es war eine sehr viel emotionalere Erfahrung, als ich gedacht hätte. Ich war beeindruckt davon, wie gut die gesamte Infrastruktur organisiert ist - das Monitoring, die Überwachung der Kinder. Ich war überwältigt davon, wie leidenschaftlich die Frauen waren, die alles organisierten, wie sie die täglichen Berichte erstellten und wie entschieden sie sich daran machten, jedes Kind zu finden. Es ist schwer zu verstehen, wie jedes Kind erfasst werden soll, wenn man sich vor Augen führt, wie überbevölkert und vielfältig Indien ist. Ein echtes Schlüsselerlebnis war, die langen Schlangen von Müttern zu sehen, die darauf warten, dass ihr Kind geimpft wird. Die Branche, in der ich arbeite, ist sehr bunt und manchmal unwirklich, auch wenn ich meinen Beruf wirklich gerne mag. Etwas wie dies zu tun, rückt die Perspektive zurecht.

Welche Eigenschaften muss man besitzen, um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben?

Panjabi: Jeder Mensch sollte, nachdem seine eigenen Grundbedürfnisse erfüllt wurden, etwas Gutes für die Menschheit tun. Ich denke nicht, dass man hierzu besondere Eigenschaften besitzen muss. Jeder Mensch hat die Verantwortung, etwas zu tun. Wenn man sich engagiert, geht es jedoch nicht nur darum, etwas zu geben. Es geht auch darum, dass man etwas für seine eigene Seele tut.

Denken junge Menschen heute überhaupt noch an Polio?

Panjabi: Viele jüngere Menschen wissen nicht, was Polio ist und ihnen ist nicht klar, was passiert, wenn wir die Krankheit nicht beseitigen können. Ihnen erscheint die Krankheit als das Problem vorheriger Generationen, doch das ist falsch. Wir kriegen diese Krankheit heute nur nicht mehr wegen der großartigen Arbeit, die bereits geleistet wurde.
Diese Kampagne ist von historischer Bedeutung und nicht nur, weil durch sie eine Krankheit ausgerottet wird. Es wurde die Infrastruktur geschaffen, um viele weitere Probleme und viele weitere Krankheiten anzugehen. Es ist wichtig, das weiterzusagen. Sobald eine Infrastruktur eingerichtet wurde, kann man so vieles erreichen.

Wenn man sich Ihre Beziehung zu Rotary ansieht, dann scheint es, als seien Sie wie füreinander gemacht.

Panjabi: Ja, es fühlt sich an wie eine "perfekte Ehe". Meine Mutter bestärkte mich stets darin, zur Universität zu gehen und ich studierte Management und Busniess. Schließlich promovierte ich in dem Fach. Ich glaube, ich tue das, was die meisten Rotarier tun. Ich nutze mein Geschäftswissen, um unsere Botschaft zu vermitteln und etwas Gutes zu tun.

Was ist Ihr Eindruck von Rotary?

Panjabi: Ich bin sehr beeindruckt. Ich habe das Gefühl, man kann hier unternehmerisch sein und Ideen entwickeln, und die Leute hier sind sehr klug. Zumindest nach meiner Erfahrung ist Rotary sehr flexibel und es passt damit zu mir.

Was ist Ihre wichtigste Botschaft an die Rotarier?

Panjabi: Zu sehen, was Rotary schon alles erreicht hat, denn ich denke das ist phänomenal. Manchmal muss man die Leute daran erinnern, sich vor Augen zu führen, was sie geschafft haben. Ohne diese Arbeit wären wir heute in einer ganz anderen Position. Ich will den Rotariern auch sagen, dass ich mich verpflichte und Teil dieses Projekts sein will.

Sehen Sie bei Rotary noch andere Bereiche, die Sie interessieren?

Panjabi: Ich habe mit Amnesty International bei der Kampagne zum Stopp von Gewalt gegen Frauen mitgearbeitet. Es liegt mir definitiv etwas daran, Kindern und Frauen zu helfen. Eine Person, die mich besonders beeinflusst hat, ist Schauspielerin Angelina Jolie. Ich habe mit ihr 2007 bei dem Film "Ein mutiger Weg" zusammengearbeitet. Sie ist die bodenständigste Frau, die mir im Show-Geschäft je begegnet ist, kein bisschen künstlich. Sie hat einen riesigen Eindruck auf mich gemacht.

Wie hat sie Sie beeinflusst?

Panjabi: Sie bringt sich voll und ganz ein. Als ich mit ihr über gemeinnützige Organisationen sprach, gab sie mir den Tipp, richtig anzupacken, nicht nur meinen Namen zu verleihen, sondern eine Beziehung aufzubauen und etwas zu bewegen.

Wie finden Sie neben Ihrer Rolle bei der Serie "Good Wife" und Ihren Filmprojekten die Zeit dazu?

Panjabi: Es ist herausfordernd, doch die Serie läuft nun bereits seit fünf Jahren. Ich habe die ersten zwei oder drei Jahre sehr hart gearbeitet, und mit der Zeit wird man dann etwas besser darin, sich die Zeit einzuteilen. Es macht mir Spaß, neben der Serie noch etwas anderes zu machen.

Adaptierte Version eines Artikels aus der November-Ausgabe (2013) von The Rotarian

24-Oct-2013
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