Rotary.org: Erfahrene Ausbilder

Erfahrene Ausbilder


 Erfahrene Ausbilder

 
 

Die nachfolgenden Informationen sind für erfahrene Seminarleiter gedacht. 

Vorbereitung

Auch wenn der Seminarleiter gut mit dem Lehrmaterial vertraut ist, gilt „Übung macht den Meister“. Es ist auch immer gut, mögliche Schwierigkeiten zu antizipieren. Überlegen Sie sich zum Beispiel, welche Fragen die Teilnehmer haben könnten und wie Sie darauf antworten würden.

Aufmerksamkeit der Zuhörer

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von Erwachsenen liegt bei 15 bis 20 Minuten. Deshalb ist es ratsam, den Unterricht in Segmente von 15 Minuten oder weniger zu unterteilen, um die Konzentration und Aufmerksamkeit der Zuhörer aufrechtzuerhalten. Auch der abwechselnde Einsatz von Folien, Diskussionsthemen und Aktivitäten trägt dazu bei.

Konflikte

Wenn es bei einer gelenkten Diskussion zu einem Streit kommt, bleiben Sie möglichst neutral und halten Sie sich mit Ihrer persönlichen Meinung zurück. Solche Konflikte sind oft positiv und können die Diskussion beflügeln und ausweiten. Falls zwei Teilnehmer bei einem Punkt sehr verschiedener Meinung sind, bitten Sie andere im Raum um deren Meinung oder verschieben Sie die Diskussion auf einen anderen Zeitpunkt.

Rolle des Moderators

Moderatoren sind neutrale Personen, die den Inhalt von Diskussionen vorgeben und ihren Verlauf lenken, um einen nutzbringenden Gedankenaustausch zu gewährleisten. Ein guter Moderator:

  • sorgt dafür, dass jeder zu Wort kommt
  • verhindert, dass sich die Gruppe verzettelt und vom Zeitplan abweicht
  • macht durch entsprechende Fragen auf wichtige Punkte aufmerksam
  • schafft Konsens bei unterschiedlichen Ansichten
  • sorgt für ein energiegeladenes Mitmachen aller Teilnehmer
  • neutralisiert negative Verhaltensweisen in der Gruppe

Spiele

Spiele können die Wissensaneignung von Kursteilnehmern fördern und Fähigkeiten vermitteln, die im wirklichen Leben gebraucht werden. Wer Spiele im Unterricht einsetzen möchte, sollte folgende Richtlinien beachten:

  • Wählen Sie ein lernförderndes Spiel aus, das sich für den Lehrstoff eignet und Spaß macht.
  • Kursteilnehmer sollten nicht zum Mitmachen gezwungen werden, sondern die Wahl haben, den anderen zuzuschauen.
  • Lassen Sie die Teilnehmer anschließend diskutieren, um die Verbindung zwischen dem Lernziel und dem Spiel zu verdeutlichen.

Visuelle Hilfsmittel

Folgende Praktiken haben sich bei der Gestaltung von Powerpoint- oder Overhead-Folien bewährt:

  • Zu viele unterschiedliche Schriftarten können vom Inhalt der Folie ablenken, deshalb nie mehr als zwei Schriftarten verwenden.
  • Der ausschließliche Gebrauch von Großbuchstaben ist zu vermeiden, da das Auge an das Auf und Ab der Schrift gewöhnt ist.
  • Auf jeder Folie sollten nicht mehr als sieben Zeilen Text mit maximal sieben Wörtern pro Zeile stehen.
  • Für Überschriften wird ein Schriftgrad von 44 Punkten und für den Textkörper von 26-32 Punkten empfohlen. Die Folie sollte vor dem ersten Einsatz vom am weitesten entfernten Platz auf Lesbarkeit überprüft werden.
  • Die Folien sind einfach und professionell zu gestalten und nicht mit Farben, Animationen und Sound zu überladen. 

Interaktive Übungen

Mit interaktiven Übungen lässt sich mehr Schwung in den Unterricht bringen. Außerdem verstärken sie den Lerneffekt und der so präsentierte Stoff lässt sich leichter merken. Brainstorming (Ideensammlung), Rollenspiele (z.B. ein Meeting für Neumitglieder) oder Fallstudien, die von den Kursteilnehmern analysiert und diskutiert werden, sind Beispiele für interaktive Übungen.