Rotary.org: Erfahrene Ausbilder - Training Rotarians

Erfahrene Ausbilder


Trainings für Rotarier

 
 

Rotarier nehmen an Trainings teil, um mehr über die Aufgaben zu einem Amt zu erfahren, um sich über bestimmte Themen zu informieren, und um Freundschaft zu pflegen. Um sicherzustellen, dass ein Training für die Teilnehmer zum Erfolg wird, ist es wichtig bestimmte Aspekte der Erwachsenenbildung zu beachten. Folgende Themen sollen Trainern dabei helfen, ein gelungenes Training vorzubereiten.


Erwachsene Trainingsteilnehmer

Aspekte der Erwachsenenbildung. Beim Umgang mit erwachsenen Trainingsteilnehmern sollten folgende Aspekte beachtete werden. Erwachsene Trainingsteilnehmer sind:

  • Realistisch. Sie sind interessiert an Informationen, die ihnen in ihrer Situation und bei ihren Bedürfnissen unmittelbar weiterhelfen.
  • Praktisch erfahren. Sie lernen anhand praktischer Übungen.
  • Informiert. Sie haben einen Sinn dafür, was funktioniert.
  • Individuell. Sie stammen aus verschiedenen Bereichen.
  • Vielbeschäftigt. Sie haben verschiedene Verpflichtungen wie Familie und Arbeit, weshalb ihnen die persönlichen Vorteile, die ein Training für sie bedeutet, vermittelt werden müssen.
Maximierung des Trainingserfolgs. Folgende Schritte sollen den Teilnehmer dabei helfen, Wissen zu behalten: 
  • Aufmerksamkeit gewinnen. Trainingsteilnehmer konzentrieren sich auf Informationen, die sie interessieren.
  • Informationen wiederholen. Stete Wiederholung fördert das langfristige Behalten von Informationen. 
  • Auf wirkliches Leben verweisen. Echte Beispiele helfen den Teilnehmern das Gelernte im Alltag anzuwenden.
  • Verschiedene Aktivitäten anbieten. Interaktive Aktivitäten unterstreichen Schlüsselkonzepte und geben Teilnehmern Gelegenheit das Gelernte zu üben und zusammenzuarbeiten.
  • Bewegung fördern. Teilnehmer, die dazu aufgefordert werden aufzustehen und sich zu bewegen, gewinnen hierdurch neue Energie.

Bewährte Methoden für Präsentationen. Als Trainingsleiter tragen Sie durch Ihr Fachwissen, Ihre Glaubwürdigkeit und Ihren Enthusiasmus dazu bei, wie gut die Teilnehmer sich das vermittelte Wissen merken und ob sie das Gelernte anwenden. Ein passendes und freundliches Trainingsumfeld helfen den Teilnehmern zusätzlich, sich auf das Training zu konzentrieren.

Bewährte Methoden:

  • Persönliche Begrüßung der Teilnehmer bereits an der Tür.
  • Festlegen von Regeln vor Beginn des Trainings (z.B. Abwechseln beim Sprechen, Ausschalten von Mobiltelefonen).
  • Information der Teilnehmer über ihre Möglichkeit, jederzeit aus einer Übung auszusteigen.
  • Zusammenfassung von Schlüsselpunkten vor dem Übergang zu einem neuen Thema.
  • Genaue Kenntnis der Trainingsmaterialien. Vermeiden eines schlichten Ablesens der Notizen.
  • Aufstellen einer kleinen Uhr, um Zeitüberblick zu bewahren. Vermeiden häufiger Blicke auf die Armbanduhr.

Vermeidbare Fehler:

  • Füllwörter. Der häufige Gebrauch von ähs oder unds lenkt ab und untergräbt die Autorität des Vortragenden.
  • Starkes Gestikulieren. Gesten einzusetzen, um bestimmte Dinge zu unterstreichen kann effektiv sein, doch zu viele Gesten können Teilnehmer ablenken. Außerdem sollte vermieden werden, sich gegen eine Wand oder das Podium zu lehnen oder mit der Brille, Schmuck, den Haaren oder einem Stift herumzuspielen.
  • Schlampige verfasste Materialien. Falsch geschriebene Wörter auf Folien oder Arbeitsblättern lassen einen Trainer weniger glaubwürdig erscheinen.
  • Zu schnelles Reden.  Zu schnelles Vortragen kann Teilnehmer, die versuchen mitzuschreiben oder Teilnehmer, deren Muttersprache eine andere als die Vortragssprache ist, frustrieren.
  • Abwenden von den Teilnehmern. Auch beim Zuwenden zu Präsentationsmaterialien sollte den Teilnehmern nie vollkommen der Rücken zugedreht werden.

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Trainingsleitung 

Bei der Beantwortung von Fragen während angeleiteter Gruppendiskussionen stützen sich die Teilnehmer auf ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Der Trainingsleiter sollte flexibel und einem regen Austausch gegenüber offen sein und die Diskussion durch seine Fragen lenken.

Rolle des Diskussionsleiters. Diskussionsleiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie neutral sind. Sie bestimmen, leiten und überwachen die Struktur einer Diskussion. Ein guter Diskussionsleiter:

  • sorgt dafür, dass jeder Teilnehmer an der Diskussion teilnimmt und alle Meinungen respektiert werden.
  • sorgt dafür, dass die Gruppe sich auf das vorgegebene Thema konzentriert und einen bestimmten Zeitrahmen einhält.
  • erkennt verschiedene Meinungen an.
  • wirkt negativem Verhalten innerhalb der Gruppe entgegen.
  • vermittelt ein positives Image. 
  • ermittelt durch Fragen kritische Aspekte.

Fragen. Offene Fragen regen zur Diskussion an. Geschlossene Fragen hingegen helfen durch die definitiven Antworten, bestimmte Punkte zu klären oder zu überprüfen, ob alles verstanden wurde.

Folgende Techniken können dabei helfen, eine Diskussion zu lenken:

  • Machen Sie eine Frage sichtbar indem Sie sie auf einem Flip-Chart festhalten.
  • Bauen Sie auf der Frage eines Teilnehmers auf und geben Sie diese an die Gruppe weiter. (z.B. "Das ist eine gute Frage. Wie ist der Rest von Ihnen dieses Problem angegangen?")
  • Schlagen Sie der fragenden Person vor, zunächst selbst einen Lösungsvorschlag zu machen und geben Sie die Frage dann an die Gruppe weiter, um weitere Ideen zu sammeln.

In manchen Fällen empfiehlt es sich, dass Sie eine Frage selbst beantworten (z.B. um Zeit zu sparen oder um die Weitergabe von Fehlinformationen zu vermeiden).

Diskussionsleitung. Die im Folgenden aufgeführten Fragen und Aussagen können einer Gruppe dabei helfen, sich auf eine Diskussion zu konzentrieren, eine aktive Teilnahme zu fördern und die Geschwindigkeit des Austausches zu steuern:

  • Um zum Austausch persönlicher Erfahrungen anzuregen: "Hat jemand ein Beispiel für das Funktionieren dieser Strategie?"
  • Für die Überleitung zu einem neuen Punkt: "Welche Aspekte dieses Problems sollten wir aufgrund Ihrer Erfahrungen weiterer diskutieren?" oder "Bevor wir weiter machen, lassen Sie uns überlegen welche Aspekte es noch zu dem Thema gibt."
  • Um Kritik konstruktiv zu nutzen: "Da wir diese Meinungsverschiedenheit jetzt nicht lösen können schlage ich vor, zum nächsten Punkt überzugehen" oder "Vielleicht wäre eine weitere Diskussion hierzu sinnvoll".
  • Um beim Thema zu bleiben: "Lassen Sie uns das am Ende besprechen" oder "Wir können darüber nachher noch sprechen. Lassen Sie uns jetzt weitermachen."
  • Um das Ende einer Diskussion einzuleiten: "Ich schlage vor, wir hören uns noch zwei bis drei weitere Kommentare an bevor wir zum Ende kommen" oder "Da wir innerhalb der nächsten fünf Minuten zum Ende kommen müssen, möchte ich an dieser Stelle fragen, ob jemand einen abschließenden Kommentar hat."

Die RI-Leifäden für Seminarleiter enthalten noch weitere Fragen, durch die Teilnehmer in eine Diskussion eingebunden werden können.

Umgang mit schwierigen Teilnehmern. Störende Teilnehmer in eine Diskussion einzubinden, hilft oft, dass diese ihr Verhalten ändern (das in der Regel unabsichtlich ist). Es sollte stets versucht werden, das Selbstbewusstsein der Teilnehmer zu stärken und eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts zu schaffen. Vorschläge für den Umgang mit schwierigen Teilnehmern:

  • Teilnehmer reißt die Diskussion an sich. Danken Sie enthusiastischen Teilnehmern für ihren Input doch erklären Sie diesen, dass Sie auch gerne hören würden, was der Rest der Gruppe zu sagen hat.
  • Teilnehmer nimmt nicht an der Diskussion teil. Manche Teilnehmer sind schüchterner als andere. Sollte Sie merken, dass eine Person Notizen macht und Augenkontakt hält, sollten Sie diese nicht zur Teilnahme zwingen. Beginnen Sie eventuell eine Gruppen-Aktivität und teilen Sie die Teilnehmer hierfür in kleinere Gruppen ein, in denen sie sich wohler fühlen können.
  • Teilnehmer bringt irrelevante Punkte ein. Sollten Teilnehmer das Thema missverstanden haben, bitte Sie diese genauer zu erläutern, wie ihre Aussage in die Diskussion passt.
  • Teilnehmer fordert ihr Wissen heraus. Manchmal kennen sich Teilnehmer besonders gut mit einem Thema aus und wollen, dass dies anerkannt wird. Bitten Sie diese, sich zu dem Thema zu äußern oder bei der Leitung der Trainingseinheit mitzuhelfen.

Nonverbale Kommunikation. Nonverbale Botschaften sind sehr wichtig für den Lernprozess und unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Beispiele:

  • Stimmqualität und -merkmale. Klang, Tonfall, Redegeschwindigkeit und Lautstärke bestimmen welche Aussage die Wörter erhalten, die Sie nutzen. Sollten Sie freudig erregt, nervös oder teilnahmslos sein kann Ihre Stimme dies vermitteln.
  • Gesichtsausdruck. Durch Ihren Gesichtsausdruck können Sie Unstimmigkeit, Verwirrung, Interesse oder Bedenken ausdrücken.
  • Gestik. Durch unterstreichende Gesten können Sie die Aufmerksamkeit der Teilnehmer gewinnen, Material interessanter machen und Lernen fördern. Durch nicken bestätigen Sie was ein Teilnehmer sagt und signalisieren diesem, dass Sie zuhören.
  • Schweigen. Zu Anfang einer Einheit kann durch Schweigen signalisiert werden, dass es Zeit ist zu beginnen. Durch Schweigen nach einer Frage geben Sie Teilnehmern Zeit, über diese nachzudenken.
  • Augenkontakt. Durch Augenkontakt kann der Kommunikationsfluss geregelt werden und gesteuert werden, wer das Wort hat. Augenkontakt hat zudem Einfluss auf Ihre Wirkung auf Zuhörer. Von Kultur zu Kultur wird diese Art des Kontaktes unterschiedlich eingesetzt. 
  • Bewegung und Gesprächsdistanz. Das nähere Herangehen an eine Person kann Interesse signalisieren; weiter zurückzugehen hingegen, dass Sie gerne einen weiteren Kommentar hören würden. Je nach Kulturkreis variieren die akzeptierten Gesprächsdistanzen. Achten Sie auf Signale, die Unbehagen ausdrücken.

Zeit-Management. Da Rotarier an Trainings während ihrer freien Zeit teilnehmen, ist es wichtig, diese wertvolle Zeit gut einzuteilen. Beispiel für Herausforderungen und Lösungen:

  • Teilnehmer kommen zu spät. Beginnen Sie wie angegeben, doch mit einer Diskussion oder Aktivität, die nicht entscheidend für das Ziel der Einheit ist.
  • Teilnehmer verstehen eine Übung nicht. Geben Sie klare Anleitungen. Sollten diese komplex sein, so schreiben Sie diese auf und verteilen Sie diese vor Beginn der Einheit.
  • Text auf einem Flip-Chart festzuhalten und zusätzlich Handouts zu verteilen, kostet unnötig wertvolle Zeit. Bereiten Sie Flip-Charts und Handouts im Vorhinein vor. Verteilen Sie Handouts während der Registrierung oder zu Beginn einer Einheit. Bitten Sie einen Freiwilligen, Kernpunkte auf einem Flip-Chart festzuhalten.
  • Nach einer Gruppenaktivität berichten die Untergruppen nacheinander vor der gesamten Gruppe. Geben Sie Flip-Chart-Papier und Stifte an die Gruppen aus, damit diese ihre Ergebnisse darstellen können. Oder bitten Sie jede Gruppe nur einen Punkt zu präsentieren, der noch nicht erwähnt wurde.
  • Teilnehmer sind müde. Teilen Sie die Gruppe für eine Aktivität in kleine Gruppe ein oder machen Sie eine Pause.

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Interaktive Aktivitäten 

Durch interaktive Aktivitäten kann die Aufmerksamkeit und das Interesse von Teilnehmern neu gewonnen werden und Teilnehmern Gelegenheit gegeben werden, Ihre Ideen zum Ausdruck zu bringen und das anzuwenden, was sie gelernt haben. Beispiele für Aktivitäten:

  • Kennenlernen. Bitten Sie die Teilnehmer, den anderen etwas über sich zu erzählen, was mit dem Thema des Trainings zu tun hat. Hierdurch kann eine angenehme Trainingsatmosphäre hergestellt und Teilnahme gefördert werden, insbesondere, wenn die Teilnehmer sich noch nicht kennen.
  • Partnerübungen. Bitten Sie die Teilnehmer eine bestimmte Frage mit einem Partner zu diskutieren und, sollte es die Zeit erlauben, die Ergebnisse den restlichen Teilnehmern vorzustellen. Durch das Aufteilen in Zweier-Gruppen erhält jeder die Gelegenheit, seine Ideen mitzuteilen.
  • Abstimmung. Führen Sie Themen auf einem Flip-Chart auf und bitten Sie die Teilnehmer mit einem Stift zu markieren, welches der Themen sie am meisten interessiert. Hierdurch kann schnell herausgefunden werden, welche Bedürfnisse und Bedenken Teilnehmer haben. 
  • Kleine Gruppen. Teilen Sie die Teilnehmer in Gruppen von drei bis fünf Personen ein, um bestimmte Themen zu diskutieren. Die Teilnehmer können nach dem Zufallsprinzip oder aufgrund ihrer Interessen, wie z.B. ihren Hobbies, eingeteilt werden. Hierdurch wird der Dialog gefördert und es kommt Bewegung in das Training.
  • Rollenspiel. Bitten Sie die Teilnehmer bestimmte Rollen zu übernehmen, um eine Idee oder Situation zu verdeutlichen. Diese Strategie klappt am besten mit kleineren Gruppen, in denen Teilnehmer in der Regel weniger gehemmt sind.
  • Abschluss-Übung. Bitten Sie die Teilnehmer am Ende einer Trainingseinheit einen Punkt zu nennen, der neu für sie war und eine Maßnahme, die sie darauf aufbauend ergreifen werden. Dies gibt den Teilnehmern Gelegenheit darüber nachzudenken, was sie gelernt haben und zu planen, wie sie das Gelernte umsetzen wollen.

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