Chance für Kinder auf Bildung
Arnold R. Grahl
Rotary International News -- 22. Juni 2009
Rotarier John Kirkwood (rechts) verteilt Informationsmaterial an seinem "Kids in Class" - Informationsstand im House of Friendship auf dem RI Jahreskongress 2009 in Birmingham, England.
Rotary Images/Monika Lozinska-Lee
Nach ein paar Jahren Tätigkeit als Bauingenieur war Rotarier John Kirkwood klar, dass ihn dieser Beruf nie ganz mit Zufriedenheit erfüllen würde.
Während der Wirtschaftsflaute in England im Jahr 1975, fasste er daher den Entschluss nach Nairobi, Kenia, zu ziehen, um dort als Englischlehrer an einer Schule für wirtschaftlich benachteiligte Kinder zu arbeiten. Von Kenia aus gelangte er schließlich an eine Schule im Norden Ugandas, wo er den Schüler Peter Kalibbala kennenlernte, der aufgrund der finanziellen Not seiner Eltern kurz davor stand, die Schule abbrechen zu müssen.
Finanzielle Mittel aus einer Erbschaft ermöglichten Kirkwood die Gründung des "Lords Meade Vocational College", an dem er sein Projekt "Kids in Class" begann, durch das Kinder aus verarmten Familien Ugandas Zugang zu besserer Bildung erhalten. Die Spenden für sein Projekt erhält er nicht nur aus seinem eigenen Club, dem Rotary Club Jinja, sondern zudem aus Clubs in Mexiko, den USA und Uganda. Dieses Engagement verhinderte, dass Kalibbala und viele andere Schüler ihre Ausbildung abbrechen mussten.
"Es zahlt sich aus", sagt Kirkwood beim Interview im House of Friendship auf dem RI Kongress 2009 im englischen Birmingham. "Wir haben seit dem Jahr 2000 bereits 1500 Kindern die Fortführung ihres Schulbesuchs gesichert."
Kalibbala arbeitet heute bei einer Treuhandgesellschaft, die die Schule finanziell unterstützt. Er erklärt, dass Sponsoren für ein ähnliches Projekt mit dem Namen "Orphans in Class" gesucht werden, die bereit sind, jährlich 720 US Dollar zu spenden, um einem Kind den Besuch des "Lords Meade Vocational College" zu finanzieren.
"Ich weiß nicht was aus mir geworden wäre, wenn ich John nicht getroffen hätte", sagt Kalibbala.
Weitere Projekte, die im House of Friendship präsentiert werden:
- Der Rotary Club Tokio Ebisu, Japan, arbeitet an einer Biogasanlage, die in wirtschftlich schwachen Regionen Nepals den Einwohnern Energie und Gas zum Kochen zur Verfügung stellen soll. Das Material, das in der Biogasanlage verwertet werden soll, kommt direkt aus Ställen und Bedürfnisanstalten. Überschüsse können als Düngemittel eingesetzt werden. Die Finanzierung des Projekts erfolgt mit Hilfe der Regierung Nepals und durch den Verkauf von Gas aus der Anlage.
- Der Rotary Club Middlesbrough, Cleveland, England, arbeitet mit anderen Clubs aus England, Frankreich und Uganda daran, schwangeren, HIV- infizierten Frauen Behandlung zukommen zu lassen. Neben der Aufklärung über die Erkrankung und medizinischer Betreuung vor der Geburt, ermöglicht das Projekt auch die Verabreichung einer Kombinationstherapie an Neugeborene von HIV- infizierten Müttern. Während ohne Therapie ein Drittel der Babies mit dem HI- Virus infiziert würden, konnte durch das Projekt, von dem bereits 102 Mütter profiteren konnten, erreicht werden, dass 100 Babies nicht seropositiv für HIV sind. Der Club will das Projekt ausweiten.
- Der Rotary Club Brynmawr, Gwent, Wales, der etwa 15 Mitglieder hat, betätigt sich als Sponsor eines Projekts, das die Verteilung von 70.000 tragbaren Trinkwasseraufbereitungsanlagen, sog. "LifeStraws", an Bewohner von Gegenden mit kontaminiertem Trinkwasser koordiniert. "Glauben Sie ja nicht, dass kleine Clubs keine großen Aufgaben stemmen können," sagt der Hauptverantworliche des Projekts David John Dutson. Er besucht hunderte Rotary Clubs, um um Spenden zu bitten.