Rotary.org: Aktuelles - Nigeria: RAG im Müttergesundheitsdienst

 Nigeria: RAG im Müttergesundheitsdienst

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Ehemalige Fistula-Patientinnen in Nigeria. Foto mfG Rotarian Action Group for Population Growth and Sustainable Development

Traurig, aber wahr: in Nigeria herrscht immer noch die zweithöchste Sterblichkeitsrate unter Gebärenden der Welt - jede 18. Frau stirbt bei oder kurz nach der Geburt. 

Grund genug für die Rotarian Action Group for Population Growth and Sustainable Development, in den nördlichen nigerianischen Bundesstaaten Kaduna und Kano vor fünf Jahren mit einem Pilotprogramm aktiv zu werden, bei dem es darum ging, besonders Fisteln als Geburtsverletzung zu vermeiden bzw. zu behandeln. Fisteln entstehen häufig bei zu langen Entbindungen - typisch in der Dritten Welt, in der die ärztliche Betreuung bei der Geburt fehlt - und können neben Inkontinenz oft Infektionen und den Tod zur Folge haben. Von 2005 bis 2010 konnte das zum Teil von der Rotary Foundation unterstützte Programm über eine Million Frauen erreichen. 1.500 Frauen wurden operiert, die Sterblichkeitsrate in den teilnehmenden Hospitälern ging um fast zwei Drittel zurück. 

“Wir müssen Frauen zur Selbstständigkeit verhelfen, und wie können sie das, wenn sie nicht selbst Entscheidungen in Bezug auf pränatale Versorgung und die Kinderfolge treffen können", sagt dazu Dr. Robert Zinser, CEO der Rotarian Action Group for Population Growth and Sustainable Development und Mitglied im RC Ludwigshafen-Rheinschanze. Und er fährt fort, dass auch nach Ansicht der WHO die Prävention der Schlüssel in diesem Problembereich sei.

Neben chirurgischen Eingriffen liegt daher der Schwerpunkt auf einem umfassenden und ganzheitlichen Ansatz in der vorgeburtlichen Versorgung von Müttern, einschließlich Schulungen, Bereitstellung von medizinischem Gerät, Qualitäts- und Hygienefragen. Und auch Aufklärung ist wichtig: viele Frauen wussten überhaupt nicht, dass ihnen geholfen werden kann - ein extra konzipiertes Radioprogramm schaffte hier Abhilfe. 

Nach den Projekterfolgen plant die Aktionsgruppe, die Operationen auf die Staaten Abuja und Onoda und später auf weitere Staaten in Zentral- und Südnigeria auszudehnen. Und sie betont, dass sich ihr Modell auch auf andere Regionen mit hoher Müttersterblichkeit anwenden ließe.

Anderen Clubs und Distrikten, die ähnliche Hilfsprojekte anstreben, kann die Rotarische Aktionsgruppe ein Team aus medizinischen Experten stellen, die gerne beratend tätig werden.

 Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website maternal-health.org


1 Comments:
At 3:34 on 23 Juli 2012, Linda Corzilius wrote: Ein sehr wichtiges Thema! Ich finde es beachtlich, dass die Müttersterblichkeit im Projektgebiet um fast 2/3 zurück ging. Das ist ein Erfolg, der sich sehen lassen kann und der nach Möglichkeit in weitere Gebiete ausgedehnt werden sollte. Projekte wie diese machen Rotary zu dem was es ist. Weiter so!

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