Rotary.org: Aktuelles - Schluckimpfung und mehr - die Rolle der Kühlkette im Kampf gegen Krankheiten

 Schluckimpfung und mehr - die Rolle der Kühlkette im Kampf gegen Krankheiten

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A ls Rotary 1985 das Programm PolioPlus ins Leben rief, hatte das “Plus” eine ganz bestimmte Bedeutung: man ging davon aus, dass man im Zuge der Kampagne gegen das Kinderlähmungsvirus die Impfmaßnahmen auch auf die anderen vornehmlich Kinder befallenden Krankheiten ausweiten könnte: Masern, Tuberkulose, Keuchhusten und Wundstarrkrampf. Doch im Laufe der Zeit wuchs diese Liste der Nebenvorteile.

Die Polio-Impfkampagnen und das unschlagbare Netzwerk von Rotary "vor Ort" etablierten die logistische Infrastruktur, um auch andere lebensrettende Interventionen flächendeckend zu organsieren. Allein die gleichzeitige Verabreichung von Vitamin A Präparaten half einem akuten Mangel in vielen Regionen der Dritten Welt ab und rettete viele Kinderleben. Neue Transport- und Lagermöglichkeiten machten es auch möglich, andere Infektionskrankheiten auf diesem Wege zu bekämpfen.

Das enorme Netzwerk von Laboreinrichtungen und Kliniken, das der komplizierten Aufgabe des Aufspürens des Poliovirus dient, wurde mehr und mehr auch zur Überwachung anderer Virusausbreitungen eingesetzt. Und die von Rotary maßgeblich mitgegründete Global Polio Eradication Initiative erreichte weltweites Ansehen als ein Erfolgsmodell für die Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Partnern in globalen Gesundheitsfragen.

Das “Plus” in PolioPlus bedeutet also, dass Rotarier weit mehr tun als dafür zu sorgen, dass die Kinderlähmung auch in den letzten vier noch verbleibenden Ländern endgültig besiegt wird. Vielmehr schaffen sie eine funktionsfähige Infrastruktur und dynamische Partnerschaften, die auch dann effektiv im Kampf gegen Infektionskrankheiten funktionieren werden, wenn das Poliovirus längst ausgerottet ist.

Der Trumpf: The cold chain - die Kühlkette 

Die Verteilung von Impfstoffen in Entwicklungsländern ist eine höchst schwierige Aufgabe, denn: vom Zeitpunkt der Herstellung bis zur Verabreichung als Schluckimpfung muss das Polio-Serum bei Transport und Lagerung ohne jegliche Unterbrechung gekühlt und auf einer konstanten Temperatur zwischen 2 und 8 Grad Celsius gehalten werden. Manche Stoffe müssen sogar tiefgekühlt bleiben. Wird der Wirkstoff auch nur einmal erwärmt (was dann durch einen Farbmarker an der Vakzinbox angezeigt wird) verdirbt er und kann nicht mehr verabreicht werden.

Eine der größten Errungenschaften der Kampagne ist daher die "Kühlkette" (engl. cold chain), eine logistische Meisterleistung, die dafür sorgt, dass vom Hersteller/Labor bis zum Flugzeug bis zur Lagerhalle bis zum LKW bis zum Kleintransporter bis zum Impfhelfer zu Fuß, zu Fahrrad, in Jeeps, auf Mopeds oder auf einem Kamel das wertvolle Serum wie ein Schatz gehütet und weiter gereicht wird - bis es in den Mund der Kinder tropft, die auf den Schutz so dringend angewiesen sind. Dieses Distributionssystem wird auch für andere Seren gegen Maser, Tetanus und Diphterie verwendet.

Mehr zum Thema finden Sie in der Publikation Global Outlook .


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