Rotary.org: Aktuelles - Polioeradikation rückt trotz Bedenken immer näher

 Polioeradikation rückt trotz Bedenken immer näher

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Mary P. Torre, Präsidentin 2010/11 des Rotary Clubs Tumon Bay (Guam), Guam, impft Kinder im indischen Mukand Pur während eines Impftages. In ganz Indien gab es bisher in 2011 erst einen einzigen Fall zu berichten. Foto: Allison Kwesell

Zu den Schlüsselzielen der  Global Polio Eradication Initiative (GPEI)  gehört die Übertragungsunterbrechung des Polio-Wildvirus bis Ende 2012. Und obwohl der GPEI Independent Monitoring Board  (IMB), wie an anderer Stelle berichtet, im Juli bekanntgab, dass dieses Ziel gefährdet sein könnte, ging aus dem gleichen Bericht auch hervor, dass Fortschritte gemacht wurden. Zugleich gab der Bericht konkrete Vorschläge, wie das Programm kurskorrigiert werden könne. 

Die GPEI konnte seit dem Anlaufen des neuen Strategieplans, wozu auch der Einsatz des neuen bivalenten Impfstoffes gehört, neue Erfolge verzeichnen. Unter den noch verbleibenden polio-endemischen Ländern musste Indien bisher nur einen einzigen Polio-Fall in diesem Jahr melden. Der IMB-Bericht vermerkt dazu, dass das Land weiterhin auf dem richtigen Weg ist, die Unterbrechung der Übertragungskette noch in diesem Jahr zu erreichen. "Und im Nordteil Indiens, wo wir die meisten Probleme hatten, gab es seit nunmehr 15 Monaten nicht einen einzigen Fall von Polio", fügt Robert S. Scott, Chair von Rotarys International PolioPlus Committee, hinzu.  

In Bezug auf die anderen polio-endemischen Länder (Afghanistan, Nigeria und Pakistan) notiert der IMB gute Fortschritte in Afghanistan, wobei er auf die besonderen Schwierigkeiten hinweist, die sich bei der Impferfassung von Kindern in Kriegs- und Konfliktgebieten ergeben. Auch in Nigeria schritt die Arbeit ermutigend fort, jedoch muss nach den Wahlen im April sichergestellt werden, dass auch die neue Regierung die politische Verpflichtung und die Verantwortlichkeit für die Ausrottung der Krankheit weiterführt.

In Pakistan verdoppelte sich leider die Anzahl der Fälle in der ersten Hälfte 2011 im Vergleich zur Vorjahresfrist in 2010. Der Bericht lobte hier den politischen Willen auf nationaler Ebene und den im Januar eingeführten nationalen Notfall-Aktionsplan, bemerkte jedoch, dass der Plan stärkere Durchschlagswirkung auf lokaler Ebene zeigen muss.  

Weiterhin wurden in der Analyse die Befürchtungen im Hinblick auf die Kontrolle von Polio-Wiederausbrüchen in Ländern mit wieder eingeschleppter Übertragung, darunter Angola, dem Tschad und der Demokratischen Republik Kongo, ausgedrückt. 

Trotz all dieser Herausforderungen gelang es aber die Zahl der  Polio-Fälle weltweit um die Hälfte gegenüber dem Vorjahr zu reduzieren.  

Gesundheitsexperten glauben, dass eine komplette Ausrottung der Kinderlähmung, im Gegensatz zu einer bloßen Eindämmung und Kontrolle, sowohl machbar als auch essentiell ist. Sagt Robert Murphy, Direktor des Center for Global Health an der Northwestern University in Illinois, USA: "Es gibt ungefähr ein Dutzend Länder, aus denen sporadisch Polio-Fälle gemeldet werden. Doch all diese Fälle können zurückverfolgt werden auf die vier Länder, wo noch immer die (Wild-)Virusübertragung stattfindet. Wenn wir uns auf diese vier Länder konzentrieren, werden auch die Infektionen in anderen Ländern aufhören. (...) Daher ist es so wichtig, den Kampf bald zu Ende zu führen, weil wir so nah am Ziel sind. Wenn wir jetzt innehalten, wird das Problem größer und teurer."

Doch um dieses Ziel zur Realität zu machen, konstatiert der Bericht abschließend, bedarf es eines erneuten politischen Willens, der Bereitstellung notwendiger Gelder und dem verstärkten Einsatz von neuen Technologien. " Die Ausrottung der Kinderlähmung liegt in der Verantwortung einer jeden Regierung", appelliert daher Robert Scott unter Bezug auf die einstimmige Entscheidung der World Health Assembly 1988 zur Erreichung dieses Ziels. “Rotarier in jedem Land der Erde sind nach wie vor gefragt, ihre Freunde zu mobilisieren und bei jeder Gelegenheit bei Regierungsvertretern vorzusprechen, um sowohl moralischen als auch finanziellen Beistand einzufordern und sicherzustellen.”

Weitere Informationen:

  • Mehr zu Polio und wie Sie helfen können
  • Video "The Last Hurdle" über das Engagement von Rotary
  • Fragen an John Hewko in einem Webinar

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