Generation Y hat einiges zu bieten
Ryan Hyland
Rotary International News -- 21. September 2011
Michael McQueen, Autor und Gründer von Nexgen, sprach auf der zweiten Plenarsitzung der RI Convention.
Rotary Images/Alyce Henson
Michael McQueen, Sozialforscher und Autor zweier Bücher, hielt einen Vortrag zum Thema Generationenunterschiede auf der zweiten Plenarsitzung der RI Convention. Der Experte zu Jugendtrends sprach danach mit RI News darüber, wie Rotary die Generation Y besser einbinden könnte.
RI News:
Ihr Buch „The Rules of Engagement“ betrachtet die Generation Y und was diese bewegt. Wie definieren Sie diese Generation?
McQueen: Numerisch betrachtet sind Vertreter der Generation Y zwischen 12 und 30 Jahren. Kulturell betrachtet sind sie global ausgerichtet. Durch einen online stattfindenden sozialen Austausch haben sie viele Freunde auf der ganzen Welt, die nur einen Maus-Klick entfernt sind.
RI News: Wie kann Rotary die Generation Y ansprechen?
McQueen: Fangen Sie klein an. Anstatt junge Leute zu fragen, ob sie Mitglied werden wollen, sollten sie zunächst in kurzfristige Projekte eingebunden werden. Bauen Sie Beziehungen auf. Wenn Rotarier von jungen Leuten zu Rotary befragt werden, antworten diese oft wie Rotary funktioniert – die Regeln, Traditionen und Rituale. Erklären Sie lieber das „Warum“, also den Zweck von Rotary. Die Generation Y ist interessiert an Ergebnissen.
RI News: Wie kann die Generation Y Rotary von Nutzen sein?
McQueen: Die nächste Generation bietet Rotary enorme Möglichkeiten. Aus drei Gründen. Erstens: sie ist mit dem Internet aufgewachsen und durch die internationalen Kontakte, die sie pflegt, weiß sie über globale Anliegen Bescheid. Sie glaubt daran, in dieser kleinen Welt etwas bewegen zu können. Zweitens: die Generation Y ist sozial engagiert. Neuste Studien belegen, dass 70% der Generation Y wöchentlich Freiwilligendienst leistet. […] Drittens: sie ist ehrgeizig. Junge Leute heutzutage wollen in ihrer Karriere unbedingt vorankommen und halten Ausschau nach Mentoren und Gelegenheiten zum Kontakteknüpfen.
RI News: Die Generation Y scheint viel beschäftigt zu sein. Noch mehr als die Generationen zuvor. Wie kann Rotary diese Herausforderung angehen?
McQueen: Ja, die Generation Y ist in einer sich schnell bewegenden Welt groß geworden und sehr viel beschäftigt. […] Wenn junge Leute jedoch sagen, sie hätten keine Zeit für Rotary hat das eher mit Prioritäten zu tun. Für die Vertreter der Generation Y wirkt Rotary wie eine Ansammlung vieler strenger Regeln und zeitintensiver Arbeit. Rotarier müssen jungen Menschen die guten Gründe und Vorteile von Rotary besser vermitteln.
RI News: Wie steht es mit neuen Technologien? Wie sollte Rotary diese nutzen, um mehr junge Leute anzuziehen?
McQueen: Nutzen Sie multimediale Hilfsmittel. Kaum jemand unter 35 Jahren weiß doch noch was die Kinderlähmung ist. Ganz im Gegensatz zu deren Eltern, denen vermittelt werden kann wie grausam die Krankheit ist. Jungen Leuten kann man zwar erklären was die Krankheit bedeutet, doch sind sie emotional nicht genauso ergriffen. Nutzen Sie Videos, um aufzuklären. Und richten Sie mehr Websites ein, die junge Menschen ansprechen.
RI News: Denken Sie selbst darüber nach, Rotarier zu werden?
McQueen: Lustig, dass Sie das fragen. Ich bin Rotary am 28. Februar beigetreten. Es gibt jedoch noch viele passionierte, engagierte und inspirierte junge Menschen rund um den Globus, die ebenfalls bestens für eine Mitgliedschaft geeignet wären.