Kanadierin schwimmt für Polio-Kampagne
Arnold R. Grahl
Rotary International News -- 15. September 2010
Oben: Thie Convery wirbt für ihre Aktion Swim to End Polio bei der RI Convention 2010 in Montréal. Unten: Convery beim Training in Lake Ontario im Juni.
Fotos mfG Swim to End Polio
Der Versuch einer 43-jährige Kanadierin, im August Lake Ontario zu durchschwimmen, brachte fast 150.000 USD für die Polio-Kampagne zusammen.
Thie Convery, Mitglied im Rotary Club Dundas, Ontario, schaffte es zur Hälfte, den riesigen Lake Ontario zu durchschwimmen, bevor schlechtes Wetter sie zur Aufgabe zwang. Durch die Aktion Swim to End Polio sammelte ihr Club 44.000 USD für die Rotary’s US$200 Million Challenge. Die Fundraiser-Aktion inspirierte auch andere kanadische Clubs zur Spendenunterstützung. Nach Angaben von William R. Patchett, Chair Rotary Foundation Committees des Distriktes 7070, konnte auf diese Weise bis September die stattliche Summe von fast 150.000 USD verbucht werden.
Die Aktion von Rot. Convery fand vor und nach der Aktion ein breites Medienecho. “Wir wollten aufmerksam machen, und das haben wir mit Sicherheit geschafft”, sagte sie. Convery, von Beruf Finanzberaterin, entschied sich für das Abenteuer, nachdem in ihrem Club im letzten Jahr beraten wurde, wie Spenden für die Polio-"Herausforderung" erwirkt werden könnten.
Ein Teil ihrer Motivation rührt von ihrer Freundschaft mit zwei persönlich von der Kinderlähmung Betroffenen her. Sadique Alli, ehemaliges Mitglied im Dundas Club, erkrankte als Kind in Indien an der Krankheit und bewegt sich heute mit Beinstützen. Thie Convery traf auch mehrmals mit Ramesh Ferris vom Rotary Club Whitehorse, Yukon, zusammen und erhielt seine Unterstützung. Ferris machte 2008 Schlagzeilen, als er per Handfahrrad Kanada durchquerte und mit der Benefizaktion über 300.000 kanadische Dollar für den Kampf gegen die Kinderlähmung einbrachte.
Bevor sie ihr intensives Schwimmtraining aufnahm, hatte Convery nur ein paar lockere Runden in einem örtlichen Pool geschwommen. Doch war sie an Leistungstraining gewöhnt durch ihren kanadischen Nationaltitel in -drogenfreiem- Bodybuilding sechs Jahre zuvor. Dennoch war es eine gänzlich andere Herausforderung, sich im Langstreckenschwimmen auszubilden. Nach Monaten harten Trainings im Wasser absolvierte Convery im Juni eine Strecke von 12 Meilen in Lake Erie. Solo Swims of Ontario, eine Freiwilligengruppe, die Solo-Schwimmer und deren Crews auf ihre Befähigung hin testet, gab darauf grünes Licht.
Am 7. August schließlich sprang Convery in den Lake Ontario und begann ihre Durchquerung bei Niagara-on-the-Lake gegen 9:40 morgens. Begleitet wurde sie durch eine kleine Flotte von Booten mit Helfern, Ärzten und Rettungsschwimmern an Bord. Nach 15 Meilen und noch lange vor dem Ziel Toronto entschied sich die Crew, die Aktion wegen schlechter Wetterbedingungen abzubrechen und sie aus dem Wasser zu ziehen. " Sie war fantastisch", sagt ihre Freundin Karen Cumming, die für Publicity zuständig war. “Wenn das Wetter mitgespielt hätte, hätte sie es geschafft.”
Thie Convery selbst schließt einen neuen Versuch nicht aus. Zu sehr war sie berührt durch den Einsatz und die Unterstützung von Crew und Freunden, sagt sie. Und sie freut sich: "Wir haben es nicht ganz über den See geschafft, aber es war trotzdem ein Erfolg. Fragen Sie mal die Kinder, für die wir jetzt Impfstoff kaufen können, ob es die Sache wert war."
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