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Eine Frage der Überzeugung

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Roxana Saberi Foto: Tommy Giglio

Rotary Foundation Ambassadorial Scholars sind allgemein bekannt für ihre beeindruckenden Persönlichkeiten, doch Roxana Saberi, die 2003 von den USA nach Teheran ging, um dort als Auslandskorrespondentin zu arbeiten, ist heute nicht nur international berühmt - sie ist eine Symbolfigur für den Kampf um mehr Menschenrechte im Iran.

Die ehemalige politische Gefangene, die im Mai 2009 aus Teherans berüchtigtem Evin-Gefängnis entlassen wurde, stellte am 13. April in Chicago ihr neues Buch Between Two Worlds: My Life and Captivity in Iran vor. Darin beschreibt Saberi ihre Erfahrungen im Gefängnis, ihre Freilassung sowie ihr Leben vor Evin. Nachdem die iranische Regierung der Journalistin 2006 ihren Presse-Ausweis aberkannt hatte, blieb Saberi im Land, um ein Buch über die Vielfalt der iranischen Bevölkerung zu schreiben.

Unter dem Vorwurf, sie würde durch ihre Interviews mit Iranern in Wahrheit Informationen für den US-Auslandsnachrichtendienst CIA sammeln, wurde Roxana Saberi im Januar 2009 gekidnappt, befragt und für 100 Tage im Evin-Gefängnis festgehalten.

Durch "weiße Folter", also Foltermaßnahmen, durch die die Psyche eines betroffenen Menschen angegriffen wird, wurde Saberi dazu gezwungen, ein falsches Geständnis über ihre angebliche Spionage abzulegen, das sie jedoch kurz darauf vor Gericht widerrief. Nachdem sie zunächst zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, wurde das Urteil schließlich in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt.

"Bedauerlicherweise werden viele unschuldige Iraner der Spionage bezichtigt", sagt Saberi. "Ich frage mich, ob die Regierung dies absichtlich tut, um einen noch stärkeren Einfluss auf die Gesellschaft zu haben und um die Menschen so zum Stillschweigen zu bringen?"

Weg in den Iran

Im Evin-Gefängnis traf Saberi viele politische Gefangene und Mitglieder von Minderheiten, wie die Bahai, deren Geschichten sie darin bestärkten, ihr Geständnis zu widerrufen.

"Manchmal schaffen wir es durch schwere Erfahrungen stärker zu werden", sagt sie. "Und auch im Gefängnis liegt es an einem selbst, die eigenen Überzeugungen zu kontrollieren."

Vor ihrem Aufenthalt im Irak war Saberi unter den zehn Finalistinnen eines Miss America-Schönheitswettbewerbs. An der North Western University bei Chicago schloss sie zudem ein Studium der Journalistik ab und dank eines Ambassadorial Scholarships der Rotary Foundation konnte sie 1999/2000 an einem zweiten Master-Programm in internationalen Beziehungen an der University of Cambridge in England teilnehmen. Sie schrieb bereits für ABC Radio, den BBC und Fox News.

Saberis derzeitige Pläne sind nicht fest. Seit ihrer Rückkehr aus dem Iran schrieb sie ihr Buch zu Ende, erholte sich bei ihren Eltern in Fargo, North Dakota und nahm nach den Wahlen im Iran an einer Reihe Menschenrechts-Kundgebungen teil. Mit ihrem langjährigen Partner, dem iranisch-kurdischen Regisseur Bahman Ghobadi, schrieb sie zudem den Film No One Knows About Persian Cats. Saberi hofft, eines Tages wieder in den Iran zurückkehren zu können, was derzeit jedoch noch zu gefährlich ist.

"Oft habe ich Angst um das iranische Volk", so Saberi. "Aber ich weiß auch, dass die Menschen dort sehr mutig sind und das bewundere ich an ihnen. Auf lange Sicht werden sie sich durchsetzen."

Verfasst für Reconnections 

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