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Spar-Herde für Mittelamerika

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Oben: Die Mitbegründerin des StoveTeam International, Nancy Hughes. Unten: Fabrikeigner Gustavo Peña (ganz links) demonstriert die Benutzung des Ecocina-Herdes für eine Gruppe von Frauen in El Salvador. Fotos mfG Nancy Hughes

Vor sechs Jahren machte Rot. Nancy Hughes als Freiwillige in einem amerikanischen Team von medizinischen Helfern in Guatemala eine prägende Erfahrung. Sie lernte eine junge Eingeborene kennen, die im Alter von zwei Jahren in eine offene Kochstelle gefallen war und seitdem ihre Hände nicht mehr benutzen konnte. Des weiteren erfuhr sie, dass solche Unfälle beim Kochen über offenen Feuern innerhalb von Behausungen sehr häufig waren, und dass besonders Kinder oft Opfer von Verbrennungen und Rauchvergiftungen wurden. Die Ärzte des Teams machten die Hände der jungen Frau wieder funktionsfähig, und ihre Dankbarkeit spornte Nancy Hughes an, nach Lösungen zur Verhinderung solcher Unfälle zu suchen.

2004 beantragte sie als Mitglied des Rotary Club Eugene Southtowne (US-Bundesstaat Oregon) das erste von fünf Matching Grants, mit denen über einen Zeitraum von drei Jahren 2.300 umgangssichere Herde für Menschen in Guatemala angeschafft werden konnten.

Sie entdeckte einen kostengünstigeren und leichteren Prototyp eines 25 kg schweren Kochherdes, passenderweise Ecocina (im Spanischen begriffliche Kreuzung aus ecología=Ökologie und cocina=Küche/Herd, also etwa "Öko-Herd") genannt. Dieser Herd sieht aus wie ein überdimensionaler Pflanzentopf aus Beton, ist oben teilweise geschlossen und verfügt über eine Seitenöffnung mit einer Sicherheitsverblendung. Entworfen von Larry Winiarski und Eugene Southtowne Rot. Ken Goyer, ist die Ecocina so isoliert, dass nicht nur Verbrennungsunfälle verhindert werden, sondern dass im Vergleich zu einem offenen Feuer auch nur die Hälfte an Brennholz verwendet werden muss. Außerdem reduziert die Kochstelle die Emission von Rauch und Kohlenmonoxid um mindestens 70 Prozent.

Im Jahre 2008 gründeten Rot. Hughes und fünf weitere Mitglieder des RC Eugene Southtowne die Organisation StoveTeam International . Mit Hilfe von zwei Volunteer Service Grants reiste sie gemeinsam mit anderen Rotariern zweimal nach El Salvador und Guatemala, um Standorte für Ecocina-Fabriken auszumachen, und um vor Ort Aufklärungsarbeit zu verrichten. Im gleichen Jahr erstellte eine Gruppe von Freiwilligen Werkbänke und Räumlichkeiten für eine Fabrik nahe Sonsonate, El Salvador, in der 15 Arbeiter beschäftigt werden konnten. Zwei Matching Grants lieferten Rohmaterialien und subventionierten die Herstellungskosten von 40 USD pro Herd. Im ersten Jahr allein produzierte die Fabrik 6.000 Ecocinas und kann sich jetzt selbst tragen.

“Wir entschieden dann, dass es nicht mehr unsere Aufgabe war, Herde zu produzieren, sondern Fabriken, die Herde produzieren können", führt Hughes weiter aus. "Und mir gefällt wirklich, dass wir damit auch Arbeitsplätze schaffen können."  Fabrikeigner Gustavo Peña stimmt zu: “Wir sind alle sehr dankbar, weil dies unsere Leben verändert hat", und betont, dass mit Ecocinas ein Doppeleffekt erzielt würde: Herde für bedürftige Familien und Arbeit in den Fabriken.

Peña koordiniert Ecocina-Vorführungen gemeinsam mit Peace Corps Volunteers und bringt Interessenten von außerhalb ein. Kürzlich bestellte die mexikanische Regierung 3.000 der Öfen. Außerdem leitete er drei Fabrikbetreiber in Guatemala, Honduras und Nicaragua an. Die durch Matching Grants unterstützten Fabriken nahmen zu Beginn 2010 ihre Produktion auf, eine vierte wird im April in Nicaragua eröffnet. Rotary Clubs in El Salvador und Guatemala trugen zu dem Projekt bei, indem sie den Vertireb beaufsichtigten, beim Bau mithalfen und zu den Produktionskosten Zuschüsse beitrugen, um den notwendigen Verkaufspreis zu senken.

Seit seiner Gründung hat StoveTeam International etwa 370.000 USD von 40 Rotary Clubs sowie durch Foundation Grants und Privatspenden erhalten. "Wir erhalten jede Woche Anfragen für neue Fabriken", freut sich Nancy Hughes, die bereits Operationen in Fidschi, Mexiko und Paraguay plant. “Neue Fabrikbetreiber werden in Produktion und Geschäftspraktiken geschult und mehr und mehr Menschen erhalten jeden Tag holzsparende Kochherde”.

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