Rotarier erleben die chaotischen Zustände in Haiti
Ryan Hyland
Rotary International News -- 20. Januar 2010
Oben: Haitianer in Port-au-Prince Minuten nach dem Erdstoß. Unter: Das rotarische Team wieder zuhause in Houston, Texas.
Foto mit freundlicher Genehmigung von Michelle Bohreer
Als Präsidentin des Rotary Clubs Houston wollte Michelle Bohreer schon immer nach Haiti reisen und dort ein Kinderhilfsprojekt realisieren. Am 12. Januar, nur 45 Minuten nach der Ankunft in Port-au-Prince, geschah die Katastrophe. Bohreer und ein fünfköpfiges rotarisches Team aus Houston wollten in der Hauptstadt Haitis ein Wasserversorgungsprojekt für ein Waisenhaus umsetzen, als das Erdbeben aus heiterem Himmel das Inselleben in Chaos und Verderben stürzte.
"Minuten nach dem Erdbeben strömten die Menschen zu Tausenden schreiend in die Straßen. Viele Menschen bluteten", beschreibt Bohreer. Das Erdbeben, das schlimmste in der Region seit 200 Jahren, forderte bis zu 200.000 Menschenleben und machte die gesamte Hauptstadt dem Erdboden gleich. Millionen Menschen erlitten Verletzungen. Eine massive internationale Hilfsoperation lief bereits an, um Wasser, Medikamente und Lebensmittel in die Region zu schaffen
Teammitglied Vicki Brentin, ehemalige Präsidentin des Clubs aus Houston, wird die ersten Eindrücke der Katastrophe nie vergessen. "Ich hielt die Hände völlig verstörter Kinder fest, während die Eltern nach Hilfe suchten."
Das Team verbrachte gezwungenermaßen vier Tage in Port-au-Prince. Obwohl sie keinerlei Erfahrung in der Katastrophenhilfe hatten, improvisierten die Rotarier ihre Hilfe, wo sie nur konnten. In den Trümmern eines eingestürzten Hospitals fanden Sie Schmerzmittel und Antibiotika, die sie an Verletzte verteilten. Oft waren die Verletzungen zu schwer, um so einfach behandelt werden zu können. Und doch war den Menschen jede Hilfe willkommen, erinnert sich Bohreer. Schließlich kehrten die Rotarier über die Dominikanische Republik nach Houston zurück, wo sie sich sofort daran machten, Pläne für die Wiederaufbauhilfe zu machen.
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Einen Tag nach dem Erdbeben reisten Caleb Lucien, Health and Hunger Resource Group Coordinator für den Distrikt 7020 (Karibik) und neun andere Mitglieder des Rotary Clubs Pignon 120 Kilometer nach Port-au-Prince, um die Schäden zu erfassen und den Opfern erste Hilfe zu leisten. Die Rotarier waren erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung und die Anzahl von Todesopfern. Sie lieferten Wasser und Lebensmittel an Opfer und evakuierten 120 Verletzte nach Pignon. Dabei muss schnell gehandelt werden, ohne großes Nachdenken, sagt Lucien. Erst danach könne man sich auf die Wiederaufbauhilfe konzentrieren. Die ursprünglich zur Finanzhilfe vor zwei Jahren eingerichtete Haiti Task Force des Distriktes 7020 liefert Hilfsmaterialien in die betroffenen Gebiete. Für die nächsten zwei bis sechs Monate werden vor allem Zelte, Lebensmittel und Trinkwasser benötigt. Erst danach könne man sich daran machen, die Infrastruktur wieder aufzubauen und Schulen, Krankenhäuser und Kirchen wieder aufzubauen.
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