Friedensarbeit im Theater
Arnold R. Grahl
Rotary International News -- 23. November 2009
Rotary Friedensstipendiat Russell Vandenbroucke, hier mit einem Kind in Thailand, nutzt Theater und Kunst, um sich für den Frieden einzusetzen.
Foto mit freundlicher Genehmigung von Russell Vandenbroucke
Rotary Friedensstipendiat Russell Vandenbroucke setzt sich für den Frieden ein - und das auf der Bühne. "Gewalt hat immer nur negative Auswirkungen", so der Autor von Soldier Circle, einem Theaterstück, über das Schicksal der Soldaten in Afghanistan und im Iran und von Atomic Bombers einem Radioprogramm zum 50. Jahrestag der Bombenangriffe auf Hiroshima.
Vandenbroucke, Professor für Schauspiel an der University of Louisville in Kentucky, USA, hatte 2007 ein Sabbatical-Jahr eingelegt, um an dem Rotary Kurzstudiengang zu Friedensforschung und Konfliktlösung an der Chulalongkorn University teilzunehmen. Eines der Schlüsselerlebnisse seiner Teilnahme an dem Programm war, als er ein Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand besuchte. "Unsere Anwesenheit machte auf die 48.000 Flüchtlingen großen Eindruck", erinnert er sich. "Als die Flüchtlinge unsere bunt gemischte Gruppe sahen sagten sie 'Die Welt nimmt uns wahr und schenkt uns Beachtung'. Das war einer der vielen Momente, in denen mir bewusst wurde, dass Rotary International eine Organisation ist auf die man sehr stolz sein kann."
Laut Vandenbroucke beschäftigt er sich bereits seit langem mit den Themen Frieden und Gerechtigkeit. 1969 verweigerte er den Kriegsdienst, nachdem er während einer Diskussion mehr zu biologischen und chemischen Waffen erfahren hatte und leistete statt dessen zwei Jahre Ersatzdienst. Später dann wandte er sich dem Theater zu, da es ihm die Möglichkeit bot schwere Themen anzugehen und auf ergreifende Weise zu vermitteln.
"Was mich am Theater so reizt ist eigentlich ganz einfach: hier kann ich Geschichten über Menschen erzählen", so Vandenbroucke. "Geschichten von Einzelpersonen zu verstehen und zu verinnerlichen fällt uns wesentlich leichter als irgendein Konzept."
Die drei Monate an der Chulalongkorn University waren laut Vandenbroucke eine der wichtigsten Erfahrungen seines Lebens. Seit Beendigung des Programms schrieb er mehrere Theaterstücke, u.a. Soldier Circle, und Beiträge zur Oxford International Encyclopedia of Peace.
"So wie die Probleme auf dieser Welt von Menschenhand ausgelöst werden, so bin ich der Meinung, können sie auch von Menschenhand gelöst werden", sagt Vandenbroucke und zu den Rotary Friedensstudiengängen: "Das Programm ist besonders interessant für Menschen, die genau dies begreifen. Es rüstet sie aus mit Fähigkeiten, Erfahrungen und Hilfsmitteln, durch die sie sich dann besser einsetzen können."