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 Brücken, die Leben retten


 
 

Dorfbewohner aus Mutino durchqueren während der Trockenzeit den Nithi Fluss, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Foto mfG John Brooker

Jedes Jahr ertranken gut 50 Menschen aus den beiden kenianischen Dörfern Kajuki und Munito im Nithi Fluss.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Rotary Clubs Meru, Kenia, und Middleton, Greater Manchester-England, finanzierten mithilfe eines Matching Grant  Projektes den Bau einer Brücke, auf der die Dorfbewohner nun gefahrlos den Fluss überqueren können. Durch die neue Infrastruktur haben sich für die Einheimischen auch neue Möglichkeiten ergeben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Bevor es die Brücke gab, mussten die Menschen aus Mutino eine Strecke von 30 Meilen zurücklegen, um an einer sicheren Stelle ans andere Ufer gelangen zu können. Das erschwerte den Zugang zu Waren und der medizinischen Versorgung in Kajuki erheblich. In so mancher Notlage versuchten die Dorfbewohner durch den Fluss zu laufen und viele kamen dabei um.

„Für diese Menschen hat sich das Leben seitdem völlig verändert“, freut sich Julius Gatobu Mwithimbu, der Präsident des R.C. Meru, über die positiven Auswirkungen des Projekts. „Die Leute kamen von weit her angereist, nur um glücklich und sicher über den Fluss zu spazieren, dem zuvor ihre Freunde und Verwandten zum Opfer gefallen waren.“

An der Eröffnungsfeier der Brücke im Juli nahmen Clubpräsident Mwithimbu und der Vorsitzende des Komitees für Distrikt-Grants, John Brooker, teil. Beiden bot sich ein bewegendes Schauspiel, als eine Gruppe kenianischer Frauen ihrer schwangeren Freundin dabei half, durch den Fluss zu waten und zu demonstrieren, mit welchen Schwierigkeiten die Menschen vor dem Bau der Brücke zu kämpfen hatten.

„Das hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die Brücke ist. In der Regenzeit kann der Wasserpegel im Fluss auf zwei Meter und mehr ansteigen“, sagt Brooker.

Bescheidene Anfänge

Auf die Idee für das Projekt, genannt Elliot-Poole-Brücke, kam Brooker 2005 durch die BBC-Fernsehsendung „Blue Peter“. . Dort wurde über einen Jungen namens Elliot Inglis berichtet, der nach Kenia gefahren war, um sich an humanitären Projekten zu beteiligen. Brooker setzte sich mit Elliot und dessen Eltern in Verbindung, die ihm von der dringend benötigten Brücke zwischen Mutino und Kajuki erzählten. Daraufhin fragte er beim neu gegründeten R.C. Meru in Kenia nach und bat um dessen Mithilfe. Schließlich wurde das Projekt auf den Weg gebracht.

Und heute steht die Brücke immer noch. Sogar zwei Monate Dauerregen konnten ihr nichts anhaben, wie Mwithimbu berichtet. Ganz anders als die zwei vorangegangenen Konstruktionen, die die kenianische Regierung dort hatte errichten lassen. Sie hatten den hier üblichen schweren Regenfällen nicht standgehalten.

Auch die Wirtschaftslage in den Dörfern hat sich durch die Brücke verändert, wie Brooker bemerkt. Die Einwohner von Mutino können nun ohne Schwierigkeiten ihre landwirtschaftlichen Produkte auf dem Markt von Kajuki anbieten und haben ungehinderten Zugang zu Schulen, Krankenhäusern und Landesämtern. Einige Unternehmer haben in der Nähe der Brücke sogar ein Hotel mit einem Restaurant gebaut.

„Die Menschen kamen zur Brücke, knieten nieder und beteten – so viel bedeutete sie ihnen“, beschreibt Brooker.

Mittlerweile arbeiten die Rotary Clubs bereits an einem weiteren Matching-Grant-Projekt in Tharaka, Kenia. Hier installieren sie Tanks, um darin das Wasser zu sammeln, das von Felsvorsprüngen tropft und ungenutzt im Boden versickert. Außerdem beantragen die Rotarier gerade ein Health Hunger and Humanity Grant (3-H-Grant) bei der Rotary Foundation. Damit sollen Maßnahmen finanziert werden, die der kenianischen Landbevölkerung helfen, während der Trockenzeit Wasser zu sammeln.

Die ganze Familie Inglis und eine Reihe von britischen Rotary Clubs sind inzwischen dabei Geld zu sammeln für die Gemeinschaftsprojekte der beiden Clubs Meru und Middleton.


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