Matching Grant hilft Lepra-Patienten in Indien
Peter Schmidtke
Rotary International News -- 3. Februar 2009
Lepra-Patientin Phool Kumari (rechts) erhät von eine Physiotherapeutin Beratung vor einem chirurgischen Eingriff zur wiederherstellung ihres Fußes.
Foto mit freundlicher Genehmigung des Rotary Clubs Lucknow (Indien)
Dank eines Projekts, das mit einem Matching Grant der Rotary Foundation in Höhe von 21.000 Dollar finanziert wurde, können Leprapatienten in Indien jetzt wieder Augenlider, Finger, Handgelenke und Knöchel bewegen, die durch die Krankheit gelähmt waren.
Der RC Hague-Metropolitan in den Niederlanden und der RC Lucknow in Indien ermöglichten im März 106 Leprapatienten im indischen Uttar Pradesh plastische Operationen zur Korrektur der durch Lepra verursachten Behinderungen.
Lepra ist eine bakterielle Erkrankung, die die Haut, Nerven und die Schleimhäute der oberen Atemwege und der Augen angreift.
Bei einigen Patienten hatte die Krankheit zwar bestimmte Nervenfasern bereits irreparabel beschädigt, doch konnten die Ärzte die Bewegung in den betroffenen Körperteilen wiederherstellen, indem sie Sehnen aus gesundem Muskelgewebe mit Gelenken in den erkrankten Bereichen verbanden.
Eine der operierten Patienten war die 25-jährige Phool Kumari, die neben der Operation auch physiotherapeutisch behandelt wurde. Die Krankheit hatte dazu geführt, dass Kumari nicht mehr ihren linken Fuß heben und ihre Zehen bewegen konnte, sodass normales Laufen unmöglich wurde. Obwohl sie Medikamente erhielt, die sie von der Lepra heilten, wurde sie noch immer von den anderen Dorfbewohnern gebrandmarkt. Die Operation und Physiotherapie verbesserten ihre Lage bedeutend.
Das Projekt wollte aber nicht nur heilen, sondern auch Mythen über Lepra entlarven, u.a. über die Ausbreitung der Krankheit. Nach Angaben der WHO ist Lepra nicht hoch ansteckend. Die 137.000 Neuerkrankungen im letzten Jahr in Indien – und damit über 50 Prozent der weltweiten Fälle im Jahr 2007 – waren auf engen und häufigen Kontakt zurückzuführen.
Trotz der Heilaussichten des Projekts war es für die Rotarier nicht leicht, Patienten für die Operationen zu finden. In Zusammenarbeit mit der staatlichen Gesundheitsbehörde suchten sie Leprapatienten auf und luden sie zu Voruntersuchungen ein, die von örtlichen Rotariern organisiert wurden.
Die gute Nachricht verbreiten
"Die meisten Leprakranken leben isoliert", erklärt der indienstämmige Rotarier Dev Chadha vom niederländischen Club und Koordinator der Niederländischen Leprahilfe für Uttar Pradesh. "Es war nicht leicht, sie davon zu überzeugen, sich operieren zu lassen."
"Zunächst kamen nur wenige in die Lager", so Chadha. "Doch bald sprach sich herum, wie die Operation Patienten geholfen hatte, verstümmelte Gliedmaßen wieder benutzen zu können."
Die Lucknower Rotarier koordinierten die Beförderung der Patienten und halfen auch bei der prä- und postoperativen Pflege, einschließlich Verpflegung.
Regierungsbeamte in ganz Indien haben sich lobend über das Projekt geäußert.
"Zum ersten Mal habe ich erlebt, wie Rotary Leprapatienten permanent geholfen hat. Durch die Korrektur ihrer Behinderungen können sie jetzt wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen", meint Arun K. Mishra, Berater der Nationalen Staatlichen Planungskommission. "Ich möchte, dass Rotary dieses Projekt weiterführt."
In einer früheren Phase des MG-Projekts im Jahr 2004 gewannen die Lucknower Rotarier die Mithilfe von 19 weiteren Clubs und zahlreichen Gesundheitsarbeitern, die Küchengeräte mit wärmeisolierten Griffen an Patienten verteilten, die durch die Krankheit das Wärmeempfinden in den Fingern verloren hatten. Patienten, die unter verletzungsbedingten Geschwüren litten, erhielten entsprechende Behandlungskits.