Häufig gestellte Fragen zum Future Vision Plan
Was ist Future Vision?
Der Future Vision Plan ist das neue Grant-Modell der Rotary Foundation, das Distrikte und Clubs bei der Umsetzung von humanitären und Bildungsprojekten unterstützen soll. Unter Future Vision bietet die Foundation nur noch zwei Arten von Grants an: District Grants und Global Grants. District Grants sind Blockgrants, durch die Clubs und Distrikte unmittelbare Bedarfe in ihren Gemeinwesen und im Ausland angehen können. Durch Global Grants können umfassende internationale humanitäre Projekte, Berufstrainingsteams und Stipendien gefördert werden, durch die nachhaltige, messbare Ergebnisse in einem der sechs Schwerpunktbereiche erzielt werden.
Welche Vorteile haben Clubs und Distrikte durch das neue Grant-Modell?
Das neue Grant-Modell der Rotary Foundation bietet Clubs und Distrikten die Möglichkeit, Projekte und Aktivitäten mit umfassenderen Auswirkungen umzusetzen, stärkere Clubs aufzubauen, die Mitgliedschaft zu erhöhen, mehr Spender zu gewinnen, das öffentliche Image zu verbessern und mehr Unterstützung für lokale Diensteinsätze zu generieren.
Darüber hinaus profitieren Clubs und Distrikte von folgenden Funktionen:
- Anstatt zwölf verschiedenen Grants werden nur noch zwei Arten von Grants angeboten— Global Grants und District Grants — mit denen jedoch weiterhin eine Vielzahl von Aktivitäten umgesetzt werden können.
- Grant-Zahlungen können schneller abgewickelt werden und der Antrags- und Genehmigungsprozess wird transparenter, da Clubs und Distrikte laufend den Status ihres Grants einsehen können.
- Distrikte erhalten Zugriff auf 50% ihrer District Designated Funds für District Grants. Hierdurch stehen ihnen mehr Mittel für Projekte zur Verfügung und sie erhalten mehr Kontrolle über ihre DDF.
- Mit Hilfe von District Grants kann eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten vor Ort und im Ausland umgesetzt werden, u.a. können durch District Grants Studiengruppenaustausch-Teams, Stipendien sowie alle anderen Projekte, die zur Förderung des Auftrags der Rotary Foundation beitragen, unterstützt werden.
- Die Überwachung und Auswertung der Grants ermöglicht das Sammeln wichtiger Informationen für Grant-Sponsoren und für die Foundation. So kann es Clubs und Distrikten z.B. helfen besser für ihre Einsätze in der Öffentlichkeit zu werben, wenn die genaue Anzahl an Personen, die von einem Projekt profitieren, bekannt ist.
- Clubs und Distrikte können selbst den Grad ihrer Beteiligung an Global Grants bestimmen. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Projekte mit einem internationalen Partner auszuarbeiten oder Packaged Global Grants zu beantragen, die gemeinsam mit strategischen Partnern vorstrukturiert wurden und komplett durch Mittel aus dem World Fund finanziert werden.
- Die Auswahlphase für Global Grant-Stipendiaten ist kürzer. Clubs und Distrikte müssen daher nicht mehr so langfristig wie bisher in die Zukunft planen.
- Global Grant-Stipendien werden durch Mittel aus dem World Fund ergänzt, wodurch die jährlichen Kosten für ein Stipendium für die Sponsoren geringer ausfallen.
- Die Teilnahme an Berufstrainings zur Erfüllung wichtiger humanitärer Bedarfe bietet weitaus größere Dienstmöglichkeiten als die bisherigen Studiengruppenaustausche. So reiste beispielsweise während des ersten Jahres des Pilotprogramms ein Team aus Herzspezialisten aus Indiana, USA, nach Uganda wo es Herzoperation an Kindern vornahm und den Kollegen in Uganda Operationstechniken vermittelte. Das Team aus Indiana rettete so nicht nur selbst Leben sondern stellte auch sicher, dass die Ärzte vor Ort in Uganda in Zukunft noch viele weitere Leben retten würden.
Was sind die sechs Schwerpunktbereiche und wie wurden diese ausgewählt?
Die sechs Schwerpunktbereiche sind:
- Frieden und Konfliktvermeidung/-lösung
- Krankheitsvorsorge und -behandlung
- Wasser und Hygiene
- Gesundheit von Mutter und Kind
- Elementarbildung, Lesen und Schreiben
- Wirtschafts- und Kommunalentwicklung
Die Schwerpunktbereiche konzentrieren sich auf wichtige humanitäre Anliegen, denen sich die Rotarier bereits seit langem weltweit zuwenden. Die Trustees kamen zu der Übereinkunft, dass die Erfahrungen, die in diesen Bereichen bereits gesammelt wurden und das rege Interesse an diesen für noch mehr Mitgliederengagement und Projekterfolge sorgen werden.
Was bedeutet Nachhaltigkeit und warum ist diese so wichtig?
Die Rotary Foundation definiert Nachhaltigkeit als das Vermögen, Projektergebnisse langfristig aufrechtzuerhalten, so dass die Bedürfnisse eines Gemeinwesens dauerhaft gedeckt werden können, auch nachdem die Grant-Mittel zu einem Projekt bereits aufgebraucht wurden. Ein nachhaltiges Projekt bindet in der Regel lokale Führungspersönlichkeiten bei der Planung mit ein, um deren Interesse an einem dauerhaften Erfolg des Projekts zu sichern. Training und der Austausch von Informationen bereiten Gemeinwesen darauf vor, Ergebnisse auf Dauer zu erhalten und zukünftige Probleme eigenständig zu bewältigen, auch nachdem der Einsatz eines Rotary Clubs beendet ist. Nachhaltige Projekte liefern dauerhafte Ergebnisse und ein besseres Return on Investment für die Gelder und geleistete Einsatzzeit von Rotary.
Was sind strategische Partnerschaften und wie funktionieren diese?
Eine strategische Partnerschaft ist eine Beziehung zwischen der Rotary Foundation und einer anderen internationalen Organisationen mit besonderen Kenntnissen oder Erfahrungen in einem oder mehreren der von Rotary definierten Schwerpunktbereiche. Strategische Partnerschaften werden langfristig und zur Umsetzung umfassender Einsätze eingegangen. Rotarys strategische Partner bieten finanzielle Ressourcen, technisches Know-How, Fürsprache oder alles zusammen. Durch die Zusammenarbeit entwickeln beide Partner Projektportfolios, von denen sie beide profitieren und die zur Erfüllung ihrer jeweiligen Ziele beitragen. Durch gemeinsam entwickelte Packaged Global Grants erhalten Rotarier die Möglichkeit für noch umfassendere Diensteinsätze.
Was ist der Zeitplan für die globale Einführung von Future Vision?
Ab 1. Juli 2013 wird das neue Grant-Modell von allen Distrikten weltweit übernommen. Nicht-Pilotdistrikte sollten mit einer Vorbereitung auf das neue Modell jedoch bereits wesentlich früher beginnen. Governors elect erhalten auf der International Assembly 2012 ein Training zum neuen Grant-Modell. Auch auf der International Assembly 2013 werden Governors elect und Distrikt Foundation Beauftragte in einem Training vorbereitet. Während der Trainings wird den Teilnehmern vermittelt, wie sie den Online-Qualifizierungsprozess abschließen, Clubs vorbereiten und qualifizieren können und sich vor der weltweiten Einführung des Modells um District Grants bewerben können. Weitere Informationen sind in Der Übergang zu Future Vision und im Future Vision Newsletter nachzulesen.
Wie trägt das Feedback von Rotariern zur Verbesserung des neuen Grant-Modells vor der weltweiten Einführung bei?
Die Foundation erhielt bereits einige wertvolle Verbesserungsvorschläge von den am Pilotprogramm teilnehmenden Distrikten. So werden beispielsweise umfassende Verbesserungen an der Online-Antragstellung vorgenommen, um diese noch weiter zu vereinfachen.
Aus Umfragen unter Pilotdistrikten geht hervor, dass die meisten von ihnen mit dem Plan weitgehend zufrieden sind. Beispiele:
- 85% der an der Umfrage teilnehmenden Distrikte halten die Anforderungen der Distrikt-Absichtserklärung (District Memorandum of Understanding – MOU) für eine wesentliche Verbesserung bzw. für eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Praktiken des Distrikts zum Umgang mit Stiftungsgeldern.
- Die Distrikte sind in der Regel zufrieden mit dem Übergang zum Online-System und der Abschaffung der Papieranträge und halten den Prozess dadurch für einfacher.
- Das Verantwortungsgefühl auf Distrikt- und Clubebene ist gestiegen.
- Ein Distrikt berichtet: „Wir erleben eine höhere Teilnahme der Clubs in unserem Distrikt. Wir konnten unsere Grant-Mittel für viele verschiedene lokale und internationale Projekte einsetzen und einige Clubs schlossen sich zusammen, um größere Projekte umzusetzen.”
- Ein anderer Distrikt berichtet, dass dessen Berufstrainingsteam wesentlich mehr in den teilnehmenden Gemeinwesen bewegen konnte, als zuvor durch GSEs erreicht werden konnte.
- Mehr Clubs nehmen an internationalen Projekten teil und starten Multi-Club-Projekte.
Warum hat die Rotary Foundation dieses neue Grant-Modell entwickelt?
Die Foundation erkannte, dass die begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen effizienter eingesetzt werden müssen. Im Jahr 2007 wandte die Foundation 20% ihres Jahresprogramm-Budgets für große Projekte mit umfassenden Ergebnissen auf. 80% der Mittel wurden hingegen für kurzfristige Aktivitäten mit geringeren Ergebnissen ausgegeben. Das neue Grant-Modell dreht diese Verteilung um, dass 80% in nachhaltige Projekte mit umfassenden Ergebnissen fließen.
Darüber hinaus erkannte die Foundation den zunehmenden Bedarf, seine Betriebsabläufe zu straffen, um dessen Effizienz zu steigern und umfassendere Ergebnisse erzielen zu können. So trieb beispielsweise die erhöhte Nachfrage nach kleineren Matching Grants die administrativen Kosten zu stark in die Höhe und wurde nicht ausreichend durch Ergebnisse oder öffentliche Anerkennung gerechtfertigt.
Viele der Kernelemente des Plans leiteten die Trustees aus den Ergebnissen der Umfragen unter rotarischen Führungskräften sowie Rotariern an der Basis ab. Die Rückmeldungen der Rotarier in Pilotdistrikten gehören weiter zu den wichtigsten Faktoren bei der Beurteilung der Erfolge und Herausforderungen des Plans. Das Feedback wird im April 2012 von den Trustees zudem bei der Ausarbeitung des endgültigen Plans mit einbezogen.
Ultimatives Ziel ist eine strategischere Nutzung der Ressourcen der Foundation indem Projekte gefördert werden, die größere Auswirkungen in Gemeinwesen auf der ganzen Welt erzielen, von denen mehr Menschen profitieren und durch die Rotarys öffentliches Image weiter verbessert wird. Eine höhere Anerkennung von Rotary wiederum wird zu mehr Interesse an einer Mitgliedschaft in Rotary und mehr Wille zur Förderung von Rotarys humanitären Einsätzen und bürgerlichen Initiativen führen.
Wie wird die Foundation bewerten, ob Future Vision ein Erfolgsmodell ist?
Die Foundation wird den Erfolg des neuen Grant-Modells im Laufe der Zeit anhand verschiedener Faktoren messen. Diese Faktoren sind z.B. eine gesteigerte Teilnahme von Rotariern an Grant-Aktivitäten, mehr Spenden an die Foundation durch Rotarier und Nicht-Rotarier und mehr Berichterstattung über Foundation-Projekte in den Medien. Die wichtigsten Erfolgsindikatoren werden jedoch während des Auswertungsprozesses ermittelt, wenn berechnet wird wie viele Menschen tatsächlich von Foundation-Grants profitieren und wie durch Nachhaltigkeit die Nutzen für diese Menschen dauerhaft gesichert werden.
Welche Bezeichnung erhält Future Vision nach der Einführung?
The Rotary Foundation of Rotary International