Chance für den Frieden
Joseph Derr
Rotary International News – 22. Juni 2010
Marios Antoniou, Ehemaliger Friedensstipendiat, sprach auf der zweiten Plenarsitzung am 21. Juni in Montréal.
Foto: Monika Lozinska-Lee/Rotary Images
Rotary Friedensstipendiaten diskutierten auf der RI Convention 2010 in Montréal über Aspekte der internationalen Friedensarbeit und über die Rolle von Rotary bei Friedensinitiativen.
Marios Antoniou, Absolvent des Rotary-Friedenszentrums an der Duke University und der University of North Carolina at Chapel Hill ist einer von vielen Friedensstipendiaten, die an der diesjährigen Convention teilnehmen. Während seiner Rede auf der zweiten Plenarsitzung am 21. Juni erklärte der Zypriot die Hintergründe für Konflikte und Fortschritte bei der Friedensarbeit auf seiner Heimatinsel. "Die Grenzlinie wird auf der Nordseite weiterhin von der türkischen Armee, auf der Südseite von der zyprischen Nationalgarde und in der Mitte von der UN-Friedenstruppe in Zypern bewacht. Das ist der längste Friedenseinsatz in der Geschichte der Vereinten Nationen", so Antoniou.
Als Teenager, so berichtete Antoniou, habe er während eines internationalen Friedenscamps für 20 griechische und türkische Zyprioten eine wichtige Lektion gelernt. Dabei versuchte die Gruppe, das negative Bild des gefürchteten Feindes - die Furcht vor dem Fremden zu analysieren. Das Experiment führte dazu, dass Antoniou sich daraufhin näher mit den Ursachen von Konflikten auseinandersetzte.
"Die Wahrheit ist wie ein Puzzle. Das Problem ist, dass jede Seite die Hälfte der Puzzle-Teile besitzt und wir deshalb nie das Gesamtbild betrachten konnten", so Antoniou. "Damals erkannte ich, dass unser Wissen und unsere Wahrnehmung der Dinge das Ergebnis unserer jeweiligen Bildung sind. Diese Erkenntnis gab mir eine neue Lebensaufgabe. Ich beschloss, einen Lehrberuf zu ergreifen, um in unserem Bildungssystem etwas zu verändern."
Antoniou arbeitete mit Nichtregierungsorganisationen bei der Förderung des Friedens auf Zypern zusammen und engagierte sich in dem gleichen Jugendcamp, das er als Jugendlicher besucht hatte. Dort versuchte er, jungen Menschen das zu vermitteln, was er selbst damals gelernt hatte.Während seiner Arbeit betont Antoniou immer wieder, dass Bildung und soziale Gerechtigkeit die Grundsteine für den Frieden bilden. "Politischer Frieden ist ohne sozialen Frieden nicht möglich."
Seine Erfahrungen als Friedensstipendiat, die er mit Hilfe des Rotary Clubs Nicosia sammeln durfte, bauten weiter auf seinen Sozialstudien auf. Antoniou ist den Rotariern dankbar, dass diese durch ihr Verhalten auf Zypern als Vorbild für ein harmonisches Miteinander dienen. "Clubs beider Teile Zyperns halten ihre PETS- und anderen Veranstaltungen gemeinsam und auf Englisch ab."