Fado - ein Teil von Lissabon
November 2012
F ado, die für Portugal so berühmte melancholische Musikrichtung, ist tief in der portugiesischen Kultur verankert. So tief, dass sich ihre Wurzeln längst nicht mehr nachverfolgen lassen.
Manche sagen, dass sich der Stil aus der Musik der Mauren entwickelte, die Teile der Region im 8. und 13. Jahrhundert besetzt hatten. Eine andere Theorie lautet, dass der Fado aus den Liedern brasilianischer Sklaven hervorging. Und wieder andere gehen davon aus, dass der Fado die Musik der portugiesischen Seefahrer war, die sich nach der Heimat sehnten. Das Wort Fado selbst stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Schicksal“ oder „Bestimmung“ und die gefühlvollen Lieder erzählen von Nostalgie, die die Portugiesen saudade nennen.
Ursprünglich gespielt wurde der Fado vor allem in den Arbeitervierteln von Lissabon. Die als Mutter des Fado bekannte Maria Severa Onofriana trat in den 1830er Jahren regelmäßig in der Taverne ihrer Mutter im Stadtviertel Alfama auf. Die bekannteste Fadista war Amália Rodrigues, durch die die Musik in den 50-er Jahren an großer Beliebtheit gewann. Als die Sängerin 1999 starb, verhängte die portugiesische Regierung für drei Tage die Staatstrauer.
In der Fado-Musik werden zwei klare Stile voneinander unterschieden. Die eine Stilrichtung ist der Fado, wie er in Lissabon gespielt wird, die andere stammt aus der Universitätsstadt Coimbra. In Lissabon richten sich die Texte besonders an die Arbeiterklasse und in der Regel werden diese von einer Frau gesungen. In Coimbra reflektiert der Fado eher eine High-Society-Perspektive und der Sänger ist ein Mann. Bei beiden Stilrichtungen kommt die portugiesische Gitarre, ein zwölfsaitiges, birnenförmiges Saiteninstrument, zum Einsatz.
Rotarier, die an der RI Convention 2013 vom 23.-26. Juni teilnehmen, können Fado-Konzerte in Bars und Tavernen, vor allem in den Stadtvierteln Bairro Alto und Alfama erleben.