Einsatz ehemaliger Peace Fellows
Susie Ma
Rotary International News -- 18. Mai 2011
Prakash Tewari, ehemaliger Rotary Peace Fellow, entwickelt einen Konfliktlösungskurs für die Bediensteten der Stadt Neu-Delhi.
Foto mfG Prakash Tewari
Ehemalige Rotary Friedensstipendiaten (Peace Fellows) sind rund um den Globus in den verschiedensten Funktionen in der Friedensarbeit tätig. Für einige von ihnen bedeutete ihr Einsatz, eigene Programme mit weitreichenden Zielen zu starten. Wir berichten heute von den Fellows Maria Saifuddin Effendi, Jianrong Chen und Prakash Tewari.
Handeln aus Überzeugung
Maria Saifuddin Effendi ist Dozentin am Department of Peace and Conflict Studies der National Defence University in Islamabad, Pakistan. Sie und ihre Kollegen richteten die Abteilung 2009 als erste ihrer Art in dem Land und gegen erhebliche Widerstände ein.
“Es gab Kritik und Widerstand von akademischen Kollegen, die Abteilung zu schließen, weil sie sie für überflüssig hielten", erinnert sich Effendi, welche 2007-09 als Peace Fellow an der University of Bradford in England studierte. “Aber wir haben uns tapfer gehalten. Es ist eine große Freude, zu sehen, dass wir landesweit wachsen.”
Effendis Buch mit dem Titel Understanding Ripeness in Kashmir basiert auf ihrer Magister-Abschlussarbeit als Peace Fellow. Das Buch untersucht die Dialogbereitschaft im südasiatischen Raum im Hinblick auf alt eingefahrene Konflikte.
Daneben nimmt Frau Effendi auch an von internationalen Unis und NGOs gesponserten Symposien und Workshops wie dem International Peace and Security Institute in Washington, D.C., teil. Letzteres wurde von ihrem Studienfreund Cameron Chisholm ins Leben gerufen. Diese Veranstaltungen, sagt sie, geben ihr viele Anregungen für die Friedensarbeit im eigenen Land.
Konfliktlösung
Für Jianrong Chen besteht in China allein wegen der ethnischen Vielfalt des Landes ein besonderer Bedarf an Friedensstudien. Mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen und 56 Volksgruppen sind Konflikte fast schon vorprogrammiert. Chen, Doznet in der Studienabteilung für Internationale Beziehungen an der Jinan Universität in Guangzhou, möchte vor allem der jüngeren Generation einen Wissenstand im "Friedenshandwerk" vermitteln.
“In der Vergangenheit haben wir immer die Harmonie betont, und dabei vergessen, dass es auch Konflikte gibt", sagt er zur Einstellung vieler Chinesen. "Wenn wir nicht konstruktiv mit Konflikten umgehen können, so wie es sein sollte, wie können wir dann wirklichen Frieden erreichen?”
Nach seinem Abschluss des Zertifikatsstudiengangs am Rotary Peace Center der Chulalongkorn University in Bangkok begann Chen damit, einen Einführungskurs zum Thema Friedensforschung zu unterrichten. Er hofft, sich mit Kollegen ähnlicher Fachbereiche zu einem Studiengang konsolidieren zu können, und er plant als nächstes Projekt einen Workshop zum Thema sino-afrikanischer Beziehungen.
Dialog im Gemeinwesen
Prakash Tewari ist ein vormaliger Oberst der indischen Armee und arbeitet heute im indischen Verteidigungsministerium. Nach dem Besuch des Studienganges an der Chulalongkorn University erhielt er eine Anfrage des Präsidenten seines Patenclubs, des Rotary Club New Delhi, auf der Basis seiner Studienerfahrungen einen Kursus zu konzipieren.
Dieser Kurs, der für September als Angebot an der Universität von New Delhi geplant ist, soll besonders den städtischen Beamten und Angestellten eine Trainingsmöglichkeit in Konfliktprävention und Konfliktlösungsstrategien bieten. Tewari hofft, damit dazu beizutragen, dass rivalisierende und sich bekämpfende Gruppierungen in Regierungsstellen, Agenturen und Bürgerorganisationen die Fähigkeit zu Dialog und vertrauensvollem Miteinander erlernen.
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