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 Historische Momente – Polio und der Gesetzgebende Rat

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James L. Bomar, RI Präsident 1979/80, verabreicht einem philippinischen Kind am 29. September 1979 die Schluckimpfung. Damit wurde eine Polio-Impfaktion auf den Philippinen eingeleitet, die den Boden für Rotarys weltweite Kampagne gegen die Kinderlähmung vorbereitete. Rotary Images

Seit über 20 Jahren hat Rotary den privaten Sektor in der globalen Kampagne gegen die Kinderlähmung angeführt. Der Gesetzgebende Rat spielte eine zentrale Rolle dabei, die Unterstützung der Rotarier für das weltweite Unterfangen zu sichern.

Lange bevor PolioPlus ein offizielles Programm von Rotary International wurde, unterstützten Rotary Clubs bereits Opfer der grausamen Krankheit, indem sie zum Beispiel Rollstühle stifteten und andere Hilfe leisteten. Doch bevor Rotary sich als Hauptakteur auf der Weltbühne profilieren konnte, mussten grundlegende programmpolitische Veränderungen durchgesetzt werden.

1919 hatte die Organisation eine Politik verabschiedet, die ausdrücklich vorschrieb, Rotarier nicht zur Unterstützung eines organisationsweiten Corporate Projektes zu veranlassen, es sei denn, der Wille und die Möglicheiten wären vorhanden, das Projekt "von ganzem Herzen" zu unterstützen. Eine 1923 angenommene Resolution baute auf dieser Einstellung auf, indem die Autonomie der lokalen Clubs bei der Projektfindung unterstrichen wurde. Die Erklärung sicherte zu, dass RI "niemals Zielvorgaben für Aktivitäten für jeglichen Club verordnen oder verbieten sollte."

Ein Wandel trat in den 60er Jahren ein, als RI Präsident Carl P. Miller eine Initiative einleitete, aus der später der Weltgemeindienst (World Community Service WCS) von Rotary entstehen sollte. Dessen Erfolg schuf positive Voraussetzungen für die Etablierung des Health, Hunger and Humanity (3-H) Grants-Programms, das der Board 1978 annahm. Das erste 3-H-Grant-Projekt 1979 finanzierte eine fünfjährige Kampagne zur Impfung von sechs Millionen Kindern auf den Philippinen gegen die Kinderlähmung, die die Grundlagen für Rotarys Engagement im Kampf gegen die Kinderlähmung schuf.

Der Gesetzgebende Rat 1980 unterstützte die Polio-Aktionen auf den Philippinen und nahm eine Resolution an, die "die finanzielle und anderweitige Unterstützung von Rotariern aus aller Welt" lobte, deren Beiträge "bei der Aufstellung und Finanzierung des Programms halfen". Der Rat ersuchte den RI Board ferner, weitere 3-H-Projekte zur Polio-Immunisierung zu entwickeln und zu implementieren.

Das PolioPlus-Programm wurde 1985 aus der Taufe gehoben, mit einem Initialziel, alle Kinder der Welt gegen die Krankheit zu impfen. Der Zentralvorstand erkannte, dass eine solche Verpflichtung eine kollektive Willenserklärung der Rotarier erforderte und legte daher dem Gesetzgebenden Rat 1986 eine entsprechende Resolution vor. Der Rat unterstüzte die "Verpflichtung von RI in Bezug auf die Impfung aller Kinder der Welt gegen die Kinderlähmung". 

Nachfolgende Ratstagungen trugen weiter zur Unterstützung des Ziels bei. Zuletzt bestätigte die Ratssitzung 2007 die Ausrottung der Kinderlähmung als oberste Vordringlichkeit für Rotary und beschloss, dass kein anderes organisationsweites Corporate Ziel angenommen werden sollte, bis die weltweite Ausrottung des wilden Poliovirus zertifiziert ist.

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