Rotary.org: Aktuelles

 Pakistan und Afghanistan arbeiten gemeinsam gegen die Kinderlähmung


 
 

Mitglieder des Rotary Clubs Dadu (Sind/Pakistan) demonstrieren, um die Bevölkerung in ihrer Gemeinde auf die Gefahren von Polio aufmerksam zu machen. Unten: Rotarier vom RC Dadu helfen regelmäßig während der landesweiten Impftage bei der Impfung von Kindern. Darüber hinaus stellen sie sicher, dass auch die Kinder eine Schluckimpfung erhalten, die von den Impfteams nicht versorgt werden konnten. Fotos: Rafique Ahmad Surhio

Gesundheitsbeamte aus Pakistan und Afghanistan einigten sich während eines Treffens am 10. und 11. Februar in Islamabad, Pakistan, auf eine gemeinsame Strategie, die der grenzüberschreitenden Übertragung des Poliovirus Einhalt gebieten soll.

„Wir müssen Pakistan und Afghanistan bei der Bekämpfung der Kinderlähmung als eine Einheit begreifen“, sagte Dr. Altaf Bosan, der Chef des pakistanischen Programms für die Ausrottung von Polio, auf dem Treffen. „Unsere Probleme sind die gleichen und deshalb sind auch die Lösungswege ähnlich.“

Zu dem Treffen kamen auch Vertreter von drei der führenden Partnerorganisationen der weltweiten Polio-Ausrottungsinitiative – Weltgesundheitsorganisation (WHO), Rotary International und UNICEF – sowie weiterer Nichtregierungsorganisationen. Außerdem befanden sich unter den Teilnehmern die Vorsitzenden der nationalen PolioPlus-Ausschüsse Abdul Haiy Khan aus Pakistan und Dr. Ajmal Pardis aus Aufghanistan.

Als wichtiges Ergebnis des Treffens gilt, dass sich beide Seiten darauf einigten, die Impfstellen entlang der Grenzübergänge besser auszustatten und gut erkennbar zu postieren. Dr. Rasheed Jooma, Generaldirektor des Gesundheitswesens in Pakistan, zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, um dieses Ziel zu erreichen – beispielsweise:  

  • die Berufung und Zusammenarbeit von einflussreichen Gemeindemitgliedern auf beiden Seiten, um Sicherheitsfragen zu lösen  
  • Microplanning, also die Detailplanung von Impfaktionen und die kartographische Erfassung von Grenzgebieten in beiden Ländern  
  • regelmäßige Kontakte zwischen Gesundheitsbeamten und der Austausch von gesundheitsspezifischen Daten
  • Ermittlung des Bedarfs für neue Impfstellen im Grenzgebie t

Die Einigung kommt für beide Länder – und die Welt insgesamt – zu einem kritischen Zeitpunkt im Kampf gegen die Kinderlähmung. Pakistans Gesundheitsminister Sibtain Fazal Halim wies darauf hin, wie wichtig es ist, mit den religiösen Führern und Stammesältesten zu verhandeln, um Zugang zu den Gebieten zu erlangen, in denen die Kinder noch nicht geimpft werden konnten.

„Wann immer sich die Lage etwas beruhigt hat, bemühen sich die Impfteams darum, weitere Kinder zu impfen“, sagte er. „Die Gesundheit unserer Kinder zu bewahren ist unser aller Verantwortung.“

Dr. Taufeeq Mashal, Generaldirektor des Gesundheitswesens in Afghanistan, schloss sich diesen Worten an und ergänzte, dass die mangelnde Sicherheit entlang der Grenze ein Haupthindernis für Impfkampagnen darstellt. Wie er weiter erklärte, arbeiteten die Gesundheitsbehörden jedoch bereits daran, alle Interessenvertreter und sogar regierungsfeindliche Gruppen mit einzubeziehen, um möglichst viele Kinder zu erreichen.

„Die Kinder unserer Heimatländer und der ganzen Welt erwarten, dass wir unsere Anstrengungen für die Ausrottung der Kinderlähmung verdoppeln“, sagte Mashal und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die beiden Länder ihre Zusammenarbeit auch über die gemeinsamen Gesundheitsinitiativen hinaus erweitern könnten.  

Weitere Informationen:


1 Comments:
At 8:52 on 31 März 2009, Hans Pfarr Chall. Coord zone14 wrote: Sehr gute Info über diesen Brennpunkt im Kampf für eine Welt ohne Kinderlähmung

Kommentar hinzufügen

* zeigt Feld mit Pflichteingabe an