Wandern für Polio auf dem Pacific Crest Trail
Arnold R. Grahl
Rotary International News -- 16. Oktober 2008
Wallace ist stolz auf ihre Leistung, nachdem sie das letzte Stück des knapp 4300 km langen Pacific Crest Trail im August zurückgelegt hat. Unten: Wallace am Anfang des Fernwanderwegs.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cris Wallace
Im letzten Jahr legte Cris Wallace mehr als 3800 km auf dem Pacific Crest Trail im Westen der USA zu Fuß zurück, bevor ein zeitig einsetzender Winter mit Schneefall ihrem Vorhaben, die gesamte Strecke abzulaufen, ein jähes Ende setzte.
Fest entschlossen, ihr Ziel zu erreichen, machte sich die abenteuerlustige Rotarierin aus Lake Elsinore (Kalifornien) Anfang August erneut auf den Weg und legte die verbleibenden 420 km vom Snoqualmie Pass im US-Bundesstaat Washington bis zum Manning Provincial Park in British Columbia, Kanada, zurück. Mit ihrer Aktion wollte Chris Spenden für PolioPlus sammeln.
„Ich wollte etwas tun, um Mittel für die Ausrottung der Kinderlähmung zu sammeln, um Menschen zu Spenden für PolioPlus anzuregen und sie daran zu erinnern, dass wir jedes Ziel erreichen können, wenn wir zusammenhalten. Das gilt auch für den Schutz unserer Kinder und künftiger Generation gegen Polio“, erklärt Wallace.
Im Rahmen von „PCT 4 Polio“, einem vom Rotary Club Lake Elsinore gesponserten Projekt, überwies Wallace Spenden an den PolioPlus-Fonds der Rotary Foundation und besuchte sie mehr als 25 Clubs in Südkalifornien, noch ehe sie Fuß auf den Wanderweg setzte. Sie gab Fernseh-, Radio- und Zeitungsinterviews, besuchte auf ihrer Wanderung noch mehr Clubs als zuvor und unterhielt einen Infostand auf dem Jahreskongress 2007 in Salt Lake City.
Mit ihrer Aktion sammelte sie mindestens 70.000 Dollar für PolioPlus, wenn man die auf ihrer Website www.pct4poliofreeworld.com eingezahlten Spenden als Maßstab nimmt, und machte sie viele Menschen auf Rotarys Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung aufmerksam.
Auszeichnung für Öffentlichkeitsarbeit
Der Rotary Club Lake Elsinore wurde für das Projekt mit dem RI Public Relations Award ausgezeichnet.
Die Eltern von Cris Wallace sind beide aktive Rotarier im RC Lake Elsinore und haben bei dem Projekt eine wichtige Rolle gespielt. Ihr Vater half bei der Werbung für das Projekt, während sich ihre Mutter um viele logistische und organisatorische Fragen in Verbindung mit der Wanderung selbst – wie das Verschicken von Lebensmitteln und Kleidung an die Zwischenstopps – kümmerte.
Die Idee der Fernwanderung kam Wallace zum ersten Mal in Europa, wo sie nach Abschluss ihres Studiums an der University of California Irvine 2005 ein Jahr verbrachte. In ihrer Wohnung in Schottland las sie eines Tages in einem britischen Freizeitmagazin einen Beitrag über den Pacific Crest Trail .
„Ich dachte: Hey, das ist doch in Kalifornien. Das klingt aber toll“, erinnert sich Wallace. „Ich sprach mit meinen Eltern darüber und beschloss, dass der Kampf gegen Polio ein guter Wandergrund sei.“
Ihre Entscheidung stand endgültig fest, nachdem sie zu einer Polioimpfaktion im Februar 2007 nach Kano (Nigeria) fuhr.
Eine lebensverändernde Erfahrung
„Dieses Erlebnis hat mein Leben von Grund auf verändert“, erinnert sich Wallace. „Ich sah ein kleines Kind, das gerade (in den drei Wochen meines Aufenthalts dort) an Polio erkrankt war. Besonders betroffen machte mich, dass sein Nachbar sich trotzdem weigerte, sein eigenes Kind impfen zu lassen. Dieses Erlebnis änderte meine Einstellung zum Leben und bestärkte mich in meiner Absicht, die Wanderung gegen Polio zu machen.“
Wallace lebt jetzt in Whitefish, Montana, und ist Mitglied im örtlichen Rotary Club. Sie arbeitet als Fallmanager an der Hope Ranch/Star Meadows Academy, einem privaten Internat für schwierige Schülerinnen zwischen 13 und 17 Jahren.
Seit ihrer Aktion fühlt sie sich noch stärker mit Rotary verbunden:
„Vor diesem Projekt wusste ich nicht allzu viel über Rotary. Ich habe eine Menge über Rotary gelernt. Meine Familie ist regelrecht verrückt nach Rotary, und jetzt bin es auch.