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 Reise eines afghanischen Rotariers macht Geschichte und bringt Hoffnung


 
 

Mohammad Dost Safai ist der erste Rotarier aus Afghanistan, der an einer RI Convention teilnimmt. Rotary Images/Alyce Henson

Mohammad Dost Safai fällt unter den fröhlichen Besuchern des RI-Jahreskongresses 2008 durch seine ruhige Art auf. Safai ist Mitglied des Rotary Clubs Jalalabad und der erste Rotarier aus Afghanistan, der an einem Kongress von Rotary teilnimmt. Er repräsentiert in Los Angeles Rotary in Afghanistan, hat aber auch noch andere Ziele.

"Ich möchte lernen, wie Rotary funktioniert und wie unser Club sich engagieren kann, um unsere Kommunen zu verbessern", sagt Safai, der neu ins Amt kommende Präsident seines Clubs. "Ich möchte diese Informationen mit nach Hause nehmen und dort verbreiten."

Safai, ein Englisch-Professor an der Nangarhar University in Jalalabad, verbrachte 2005 einen Monat in San Diego als Mitglied eines Group Study Exchange Teams. Im Anschluss an diese Erfahrung trat er dem Club in Jalalabad bei.

Zuerst erfuhr er von Rotary im Jahr zuvor, als Rotarier des Rotary Clubs La Jolla Golden Triangle seine Universität mit Computern und Internetanschlüssen ausstatteten. Im Folgejahr brachte der Club 200.000 Dollar für die Ausstattung einer Schule in Jalalabad zusammen. Safai sah so aus nächster Nähe den Effekt rotarischer Arbeit vor Ort. Er erkannte die positive Wirkung der Projekte, sah das Ansehen, das Rotary dadurch errang und das Potential für Rotary in Afghanistan.

Natürlich gibt es noch Schwierigkeiten. Noch immer herrscht Krieg in dem Land, gibt es Korruption und eine instabile Regierung, Unruhen an der Grenze zu Pakistan. All das hindert Rotary daran, neue Clubs zu gründen. Bisher gibt es nur ganze fünf noch sehr junge Clubs im Land. Da es keinen Postverkehr in Jalalabad gibt, muss Safais Club seine administrativen Aufgaben im benachbarten Pakistan ausführen und sich in Ermangelung afghanischer Ressourcen Hilfe und Rat bei pakistanischen Clubs holen. Auch das ist nicht leicht: die komplizierte politische Lage und Sicherheitssituation macht es pakistanischen Rotariern recht schwer, nach Afghanistan einzureisen.

"Unser Club braucht mehr Training und Anleitungshilfe", betont Safai. "Ich hoffe, hier ein Netzwerk mit anderen Clubs aufbauen zu können, damit unser Club erstarken kann. Dies ist ein wunderbarer Ort, Beziehungen und Freundschaften zu knüpfen."

Hilfe im Bereich Bildung und Gesundheit werde dringend benötigt, betont Herr Safai. Mit der Hilfe von Rotary könne besonders die Situation von Kindern verbessert werden. Angesichts der Freundschaft der Rotarier untereinander, die auf dem Kongress zum Ausdruck kommt, ist Mohammad Safai inspiriert, diese Werte zuhause zu verbreiten. "Jeder Rotarier ist wie ein Bruder für mich", sagt er. Er kann sich ein Leben ohne Rotary nicht mehr vorstellen - und hofft das gleiche für sein Land.


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